1943 September

Caroliner Zeitung
Feldpostbriefe der Altschülerschaft des Carolinums zu Neustrelitz (Oberschule für Jungen und Gymnasium)

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9. Jahrgang Nr. 15

Inhaltsverzeichnis
  • Es starben für das Vaterland Gerhard Steinführer - Karl Beese - Karl Schulze - Hans-Joachim Troyke - Hans-Werner Freiherr v. Buchholtz - Gerhard Heyden - Ulrich Hurtienne - Friedrich-Wilhelm Oppermann - Peter v. Buengner - Ernst Funke - Gustav Maaß - Hans-Heinrich Thiessenhusen
  • Studenten, Soldaten, Legionäre Günther Pohl Als Gäste im "Dr.-Scheel-Haus" in Krynica. Der deutsche Student erfüllt auch in diesem Kriege, wie immer, wenn es das Reich gegen den Feind zu verteidigen galt, seine Pflicht an allen Fronten und opfert, wenn es sein muß, Blut und Leben für den Bestand des Reiches. Viele unserer jungen Studenten tragen heute das Verwundetenabzeichen, und manche sind darunter, die wegen der Art ihrer Verwundung oder anderer im Krieg erlittenen Schäden für eine weiteren Einsattz als Soldaten nicht mehr in Betracht kommen können und daher nach der Ausheilung ihrer Verletzung aus der Wehrmacht entlassen wurden. Für sie heißt es heute sich auf das Studium vorzubereiten oder das früher bereits begonnene Studium beschleunigt weiterzuführen.
  • Die Treue H.-P. Pantel "Die Treue ist das Mark der Ehre", schrieb Hindenburg am Ende des Weltkrieges, als vor seinen Augen eine Welt, die ihm bisher Lebensinhalt gewesen war, zusammenbrach. In einem Augenblick, in dem alle Werte in das Schwanken gerieten, blieb die Treue das tragende Fundament dieses großen Feldherrenlebens.
  • Grabinschrift auf dem alten Friedhof zu Neustrelitz von Césaire Vilatte (1808-1838 "französischer Sprachmeister" am Carolinum, Inhaber des kgl. Französischen Lilienordens und Vater von Dr. Césaire Vilatte; 1838 bis 1883 Professor für Französisch am Carolinum, der berühmte Herausgeber des großen seinen Namen tragenden französischen Lexikons, Inhaber des goldenen Verdienstkreuzes der Wendischen Krone).
  • Studienrat Hans Tiedt + Piehler H. T. wurde geboren am 4. April 1881; er besuchte seit Ostern 1887 das Gymnasium Carolinum, bestand Michaelis 1899 das Abiturientenexamen und widmete sich dann den Studien der Mathematik und Naturwissenschaften in Berlin, Halle und Kiel. Am 29. Oktober 1904 bestand er vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission der Universität Kiel das Staatsexamen. Gleich darauf trat er in den Dienst des Carolinums als wissenschaftlicher Hilfslehrer, wude am 1. Oktober 1907 zum Oberlehrer ernannt und rückte in die neu geschaffene zweite Mathematiklehrerstelle ein.
  • D. Karl Horn (+ 5. VII. 1942 in Hamburg) Köhler Von 1875 bis1887 Schüler des Carolinums, lenkte Karl Horn täglich seine Schritte in das altehrwürdige Gebäude in der Glambecker Straße, das jetzt die Bürgermädchenschule beherbergt und über dessen Eingangspforte noch heute in goldenen Lettern auf schwarzem Grunde die Inschrift pragt: "Der sittlichen und wissenschaftlichen Bildung der Jugend. Herzog Carl im Jahre 1806." Wenn sich im alten Schulgebäude eine Lehrergeneration nach der anderen bemüht hat, dieser ihr vom Stifter zugewiesenen Aufgabe gerecht zu werden, so hat diese Erziehungsarbeit wohl bei keinem Schüler und zu keiner Zeit größere Erfolge gehabt, wie bei Karl Horn.
  • Das Schloß zu Neustrelitz, I. Teil K. Hustaedt Das Lusthaus in Glienke. Dem Lusthaus in Glienke, oder dem neuen fürstlichen Hause, wie es in den Urkunden auch genannt wird, fällt in der entwicklungsreichen Baugeschichte des Neustrelitzer Residenzschlosses eine bedeutungsvolle Rolle zu. Hat sich doch aus ihm, dem schlichten, bescheidenen Fachwerkhause, allmählich das Wachstum zu einem Residenzschlosse der Meckl.-Strelitzschen Landesfürsten vollzogen.
  • Aus einem alten Konferenzbuch des Carolinums Neustrelitz, den 22. August 1903. Die Obersekundaner Werner Reinecke, Ernst Buff und Hans Körnchen wurden von Herrn Langmann betroffen, wie sie wieder einmal gegen das ausdrückliche Verbot der Schule auf dem Rundteil des Marktes herumstanden und zur Töchterschule hinüberschauten. Sie werden mit 2 Stunden Arrest bestraft; für den Wiederholungsfall wird ihnen Karzer angedroht.
  • Liebe Caroliner! P. Wir wollen unsere Zeitung, wie schon aus dieser Nummer hervorgeht, ausbauen und bereichern, wir wollen neben der alten Schule die Liebe zur engeren Heimat pflegen und daher Neustrelitz, seine Umgebung und das Land Stargard, das alte Mecklenburg-Strelitz, das wir alle auf unseren Turnfahrten durchwandert haben, in unseren Kreis einbeziehen.
  • Dank an Onkel Paul Weiglin Vielen von uns hat der alte Oberschulrat Dr. Friedrich Wilhelm Schmidt das Leben schwer gemacht, und ich kenne Schüler von ihm, die auch nach Jahrzehnten mit Unbehagen oder gar mit Groll an ihn denken, denn er war ein strenger und eifriger Humanist, und verfolgte mit Zorn die unglücklichen, die kein Verständnis für ciceronianische Perioden oder sophokleische Chöre hatten. Auch ich selber zählte nicht zu seinen Lieblingen.
  • Vermischte Nachrichten