1994 Winter

Carolinum
Historisch-literarische Zeitschrift

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58. Jahrgang Nr. 113

Inhaltsverzeichnis
  • Aufruf der Altschülerschaft des Carolinums
  • Residenzstadt Neustrelitz - eine mecklenburgische Stadt - früher und heute Erhard Lungfiel Festvortrag zum Caroliner-Treffen Marburg 1985: Jeder von uns trägt ein ganz persönlich geprägtes Bild seiner Heimat im Herzen. Kein zweiter könnte einzelne Konturen in ihrer individuellen Art und Farbtönung nachzeichnen. Auch ich setze meine persönlichen Akzente und hoffe, daß sie ein zutreffendes Bild unserer Heimatstadt ergeben, wie wir es alle kennen und lieben. Neustrelitz war in der Vergangenheit eine Residenzstadt. Das ruft Erinnerungen wach. Fragen klingen auf: "Wie war es damals?" Aber auch die Gegenwart fordert ihr Recht: "Wie sieht es zur Zeit in Neustrelitz aus?" Laßt uns von unserer Heimatstadt reden.
  • Heimat [Gedicht] Gerhard Gillhoff Schon 30 Jahre ist es her, / daß meine Heimat ich verlor; / oft hatt' ich Heimweh, trug es schwer / und merk' erst jetzt: ich war ein Tor.
  • Unser Caroliner Adolf Hollnagel Michael Wolfgang Ludewig Der Sohn eines Neustrelitzer Handwerkermeisters besuchte von 1913 an das Carolinum, verließ es aber ohne Abitur und begann stattdessen eine kaufmännische Lehre in Neubrandenburg. Wie die nachstehend abgedruckten Nachrufe belegen, hat ihn seine archäologischhistorische Neigung zu einem der führenden Mecklenburgischen Fachforscher gemacht, wofür er mit dem Amt als stellvertretender Direktor des Museums für Ur- und Frühgeschichte Schwerin (heute Archäologisches Landesmuseum) beauftragt wurde.
  • Jugend und Alter [Gedicht] Gerhard Gillhoff Des Tages Lärm verliert sich in den Weiten, / und über Stadt und Land ruht Himmelsfrieden, / als ob sie laute Lust von je gemieden; / des Abends milde Röte will sich breiten.
  • Kreuzottern in der Kalkhorst Klaus Giese In Strelitz aufgewachsen und von den Eltern früh in Wald und Flur eingeführt, gehörte die Kalkhorst in meiner Kindheit und Jugend mit zur wundervollen Erlebniswelt, die mich fürs ganze Leben beschenkte und wesentlich prägte. In den großen Ferien verbrachten wir oft lange Tage mit "Sack un Pack" in diesem herrlichen, so vielgestaltigen Waldgebiet. Und es verging auch während der Schulzeit wohl keine Woche, in der ich nicht mit Kameraden, später zunehmend allein, selbst in den hellen Nächten der wundersamen Johanniszeit, dies Revier durchstreifte oder schweigsam ansaß an besonderen Plätzen, stets behutsam und mit wachen Sinnen.
  • Plattdutsch Sprak un plattdütsch Ort Rudolf Tarnow Plattdütsch Sprak un plattdütsch Ort / Plattdütsch Sprak, du mächtig Born, / Mag di Gott bewohren! / Dräg ok wieder Blatt un Biom, / As siet dusend Johren!
  • Protokoll über die Mitgliederversammlung am 2. September
  • Randbemerkungen zum Treffen der Caroliner - September 1994
  • Bericht zum Treffen ehemaliger Mathematiker und Mentoren des Bezirksclubs Junge Mathmatiker Waldemar Neubauer . . . anläßlich des 30. Gründungsjahres am 1. Oktober 1994 im Park-Hotel Neustrelitz. Nicht unbedingt Primaner oder gar Primus muß(te) man sein, um mit einer Primzahl zurechtzukommen. Jene, die am Samstag im Parkhotel zusammenkamen, aber waren allesamt prima Rechenkünstler. Der Primarius unter ihnen war einer der Einlader, der am Stehpult durchs Mikrofon alle im Entree des Parkhotels eintreffenden Teilnehmer begrüßte - Hans-Joachim Kerber. Der 75jährige gilt als Vater des vor 30 Jahren gegründeten BJM - Bezirksklub Junger Mathematiker.
  • Verteller´s öwer Strelitzer Typen un Originale Waldemar Neubauer To Johannes Weberstädt: He hett wahnt in de Zierkerstraat 37 un is een lütten dralligen Mann west. Sein Lebensinhalt bestünn in Anpriesen un Verkäupen von Fisch. Sien Fru wier nämlich Fischfru. Wenn he poor Fisch an de Fru orrer Mann bröcht hett, güng he supen. Her sall jedein Tag besopen west sien. An een de wenigen Dag, an den he nüchtern wier, ist he ok gewaltsam to Tod kamen. Dat is bi de Einmündung der Zierker Straat up den Markt west, wo he von een Langholtwagen erfoßt wurden sin süll un öwerführt.
  • Mecklenburg [Gedicht] Gerhard Gillhoff Ans Ufer schäumend Well' auf Welle prallt. / Die Möwe kreischt; gespenstisch ragt der Wald. / Hell glänzt im Sonnenlicht dein Ostseestrand; / wie lieb' ich dich, mein Mecklenburger Land.
  • Das Gymnasium Carolinum informiert aus dem Schulbetrieb
  • Festansprache des Schulleiters zur Abiturfeier am 8. Juli 1994 Georg Drauschke Verehrte Anwesende, liebe Eltern, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, lassen Sie mich mit einer Anekdote beginnen: Der Beste zu sein, das wurde den Kindern des alten Joe Kennedy eingetrichtert. Es gibt eine Geschichte über den jungen Robert Kennedy. Robert ging eines Tages zu seinem Vater und sagte: "Daddy, ich möchte Priester werden!" Joe Kennedy dachte eine Weile nach und nickte dann zustimmend: "Okay, Bob! Es wäre ganz schön, einen Papst in der Familie zu haben."
  • Rede der Abiturienten des Jahrgangs 1993/94 auf der Abschlußfeier am 8. Juli 1994 Christian Groß In diesem Augenblick bin ich wahrscheinlich der einzige Abiturient, der noch aufgeregt ist, aber es dauert nicht mehr lange, bis wir auf unsere Reifeprüfung anstoßen können. Einen wunderschönen, guten Tag sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern, liebe Mitschüler! Uns bleiben also nur noch wenige Stunden, bevor sich die Verbindung Schule - Schüler erst einmal löst.
  • Ein Lehrer ist [Gedicht] Gerhard Gillhoff Ein Lehrer ist, wer and're lehrt, / wie man durch dieses Dasein fährt, / wie man auf wechselvoller Fahrt / sich vor dem Sturz ins Nichts bewahrt,
  • Nachruf [Gedicht] Gerhard Gillhoff Wir glauben gern, aus unserem Stammtischkreise / ging' niemand plötzlich auf die letzte Reise. / Dein Platz ist leer; nun ist es doch geschehen. / Uns schmerzt es tief; wir werden dich nicht sehen.
  • Spräkt plattdütsch [Gedicht] Rudolf Tarnow Spräkt plattdütsch / Wat nich de Lüd all weiten, / Wat sünd se einmal klauk! / Se dauhn sick as Propheten / Un räden hen un räden her,
  • Buchbesprechungen
  • Familiennachrichten
  • Zum neuen Jahre [Gedicht] Gerhard Gillhoff Das neue Jahr, was mag es bringen: / Ein wenig Glück, doch auch Mißlingen, / viel goldnen Sonnenschein, auch Schatten, / bald frohen Mut, bald ein ermatten,