1990 Winter

Carolinum
Historisch-literarische Zeitschrift

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54. Jahrgang Nr. 104

Inhaltsverzeichnis
  • Und auf einmal steht es neben dir [Gedicht] Joachim Ringelnatz Und auf einmal merkst du äußerlich: / Wieviel Kummer zu dir kam, / Wieviel Freundschaft leise von dir wich, / Alles Lachen von dir nahm.
  • 100 Jahre Ingenieurschule für Bauwesen Gustav Adolf Strasen Gründung und Entwicklung des Technikums im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz. Am 21. März 1890 berichtete die "Neustrelitzer Zeitung - Organ für amtliche Bekanntmachungen sämtlicher Behörden des Großherzogthums": "Nach langen Kämpfen ist endlich die für unsern Ort so wichtige Angelegenheit der Baugewerkschule zu Gunsten derselben erledigt, indem unsere Stadtvertretung sich gestern mit 10 gegen 2 Stimmen für das Projekt entschieden hat. Als der Beschluß in unserer Stadt bekannt wurde, gab die Einwohnerschaft der Freude über denselben durch das Aushängen von Fahnen und Flaggen kund."
  • Fachhochschule immatrikuliert Nordkurier 8. September 1990 175 Studenten schrieben sich für Bau-Studium ein - Neustrelitz (lmv/nordkurier). 175 Studenten schrieben sich am Freitag an der Ingenieurschule für Bauwesen in Neustrelitz ein. Sie gehört zu den fünf Bildungseinrichtungen in der DDR, die im September mit der Fachhochschulausbildung beginnen. Die jungen Leute nehmen ein Studium in den Richtungen Architektur, Bauingenieurwesen oder Wirtschaft auf. Nach acht Semestern schließen sie als Diplomingenieur bzw. Diplomkaufmann ab.
  • Freude auch in Buxtehude: Neustrelitz jetzt Hochschule Stader Tageblatt 15. 8. 1990 Die von Buxtehude aus von dem damaligen Direktor der Technischen Fachschulen, Max Hittenkofer, gegründete Ingenieurschule für Bauwesen Neustrelitz wird als einzige von 238 Fachschulen der DDR zu einer Fachhochschule angehoben. Diese Entscheidung ist auch für die Buxtehuder Bereiche der Fachhochschule Nordostniedersachsen erfreulich.
  • Dat ward doch woll so sin [Gedicht] "Wat, Mudder Braun", seggt Dokter Frank, / "Wat? - Sünd Se würklich ok mal krank? / Se würd'n ja in Ehr söb'ntig Johr / Kum je von'n Dokter wat gewohr. / Wat schad't Se denn, min leiwe Frau?"
  • Tau ful De Hof de liggt so' still un heit, / Kein Blad an 'n Bom sick rögen deiht. / Un vör de Dör in 'n graten Stauhl / Dar liggt de dicke Pächter Graul.
  • Die Patrimonialgerichtsbarkeit der Warener Pfarren über den Schwenzin (2. Teil) Elisabeth Brügmann Die Jurisdiktion der Geistlichen über Schwenzin. Jurisdiktion! Da steht es zum ersten Mal, das Wort, das von nun an hundert Jahre lang eine wichtige Aufgabe der Warener Geistlichen bezeichnen sollte. Eine Aufgabe, die viel Kraft, viel Aufregung, viel Geld gekostet hat, die man zuerst in Gewissenhaftigkeit, auch wohl ein wenig stolz, als ein Vorrecht verbissen festhielt, schließlich aber doch - in veränderter Zeit - als eine Last empfand und aufatmend in die Hände der städtischen Gerichtsbarkeit abgab.
  • Das mecklenburgische Dorf Ankershagen bewahrt das Erbe des Archäologen Heinrich Schliemann Wilfried Bölke Im kleinen mecklenburgischen Dorf Ankershagen, 8 km von der Kleinstadt Penzlin entfernt, hat der weltbekannte Archäologe Heinrich Schliemann (1822-1890) acht Jahre seiner frühesten Kindheit verlebt. Interessierte Bürger des Kreises Waren haben im Dezember 1980, aus Anlaß seines 90. Todestages, in Schliemanns Elternhaus mit Unterstützung der Lutherisch-Evangelischen Landeskirche Mecklenburg eine Gedenkstätte eingerichtet.
  • Man muß nicht nach Troja reisen, um etwas über Heinrich Schliemann zu erfahren Nordkurier 7. September 1990 Anläßlich des 100. Todestag von Heinrich Schliemann, des Entdeckers von Troja, lädt das Museum in Ankershagen zu einer Gedenkwoche ein. Am morgigen Sonnabend wird um 13.30 Uhr die Sonderausstellung "Heinrich Schliemann und Mecklenburg" eröffnet. Außerdem wird die Schliemannbüste des Bildhauers Walter Preik eingeweiht. Um 15 Uhr beginnt ein Kulturprogramm, u. a. mit Schaubrennen eines Pithos (vorantikes Vorratsgefäß). Sonntag beginnen um 10 Uhr Führungen durch Museum, Kirche und Außengelände. Um 14 Uhr gibt es im Pfarrgarten ein Kulturprogramm.
  • Ankershagen - fast wie in der Antike Nordkurier vom 10. September 1990 Mit einer festlichen Sitzung des Warener Kreistages wurde am Sonnabend in Ankershagen die Gedenkwoche anläßlich des 100. Todestages Heinrich Schliemanns eröffnet. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste unter ihnen Nachfahren des bedeutenden deutschen Archäologen sowie Wissenschaftler aus aller Welt, fanden Leben und Wirken, vor allen Dingen jedoch die Verbindung des Entdeckers Trojas zu einer mecklenburgischen Heimat in Vorträgen ihre Würdigung. Dr. Wilfried Bölke, Direktor des Schliemann-Museums in Ankershagen, eröffnete eine Sonderausstellung in dem Haus, in dem der spätere Forscher wichtige und prägende Kindheitsjahre verlebte.
  • Humoristisches Amtsblatt für Abiturienten und solche, die es werden wollten Erste und letzte Ausgabe, den 3. März '39 Verantwortlich: k-z, whz; Bild: ---se Verlagsort: Neustrelitz. 1. Jahrgang, Nr. 1
  • Buer Bollow sien Ganter Klaus Köhnke Dei Familienrat hadd meint, öwer'n Winter weg ne Gaus tau Tucht to behollen. In'n Fröhjahr wieren Gauseier ümmer swerli tau kriegen. So hadd uns Trienliesch Martini un de anner Tied gaut öwerstahn, sei wier ut Dankborkeit flietig wäst un hadd ehr Pensum Eier leggt. Wieldeß sei alle Daag up den Dörpsdiek wäst wier, hadden wi kein Angst, dat dor ein fuul Ei mank wär. Nu seet sei all ein door Daag.
  • Neues aus der Karbe-Wagner-Sammlung in Neustrelitz Harald Witzke Es dürfte kaum einen Caroliner geben, der sie nicht von Angesicht gekannt hat. Mit ihren Namen sind Erinnerungen vielfältiger Art verknüpft, in jedem Falle aber stehen sie für die Begriffe Mecklenburg, Heimat, Strelitzer Land, Neustrelitz. Annalise Wagner und Walter Karbe - sie sind die Namensgeber einer kleinen, weithin wohl einmaligen Institution: der KARBE-WAGNER-SAMMLUNG Neustrelitz. Etwas versteckt, auf dem Hof des ehemaligen Wagnerschen Hauses in der Schloßstraße 3 (heute noch Gutenbergstraße), das seit 1973 das Museum von Neustrelitz beherbergt und deshalb oft mit ihm verwechselt wird, befindet sich diese regionalgeschichtliche Sammlung, die gerade im Jahr 1990 immer öfter Anlaufpunkt für ehemalige Neustrelitzer aus dem westlichen Teil unseres nun wieder geeinten Vaterlandes geworden ist.
  • Neustrelitzer Residenzschloß Klaus Feldbinder Das ehemalige Neustrelitzer Residenzschloß - seit mehr als 40 Jahren existiert es nicht mehr, und dennoch weiß fast jeder Einheimische, seinen einstigen Standort auf dem Hügel oberhalb des Zierker Sees zu beschreiben. Die wenigen, noch erhaltenen Reste der Grundmauern und die noch heute überraschend weitläufigen Kellergewölbe lassen nichts mehr von der Pracht und der Präsentationssucht des Großherzoglichen Hofes ahnen. Von alten Neustrelitzern wird immer wieder gehört, daß die Ruine des Schlosses, wahrscheinlich durch Brandstiftung im April 1945 zerstört (die Berichte hierüber sind widersprüchlich), vorschnell abgerissen wurde.
  • Gut gewappnet für die Wappendiskussion Nordkurier 7. September 1990 Gedanken und Vorschläge zu Landeswappen im Land zwischen Elbe und Oder, Müritz und Ostsee
  • Buchbesprechungen
  • Vermischte Beiträge
  • Zurück zum Gymnasium Nordkurier vom 20. Oktober 1990 Mit dem Direktor der Erweiterten Oberschule Neustrelitz, Georg Drauschke, sprach nordkurier-Redakteurin Helga Block. Die politische Umgestaltung in unserem Land ging auch am Bildungswesen nicht vorüber. An der Erweiterten Oberschule gibt es sicher viel Neues. Was hat sich bisher verändert? Wir hatten im Schuljahr 1989/90 zehn Klassen. In diesem Jahr sind es 15. Damit hat sich die Anzahl der Lehrer auf 32 erhöht.
  • Klassentreffen Jahrgang 1925, 28. - 30. 9. 1990 in Neustrelitz Wolfgang Ohm Wir trafen uns am letzten Wochenende des Septembers in Neustrelitz; wir, die alten Caroliner der beiden Klassen des Geburtsjahrgangs 1925. Die meisten von uns kamen, in Begleitung der Ehefrauen, versteht sich, aus Westdeutschland: Diesmal ohne Stacheldrahtgrenze. So mancher von uns sah Neustrelitz nach über vierzig Jahren zum erstenmal wieder. Schockschwerenot! Wie hat sich die Stadt doch verändert!
  • Klassentreffen der Abiturienten 1951 - Pfingsten 1990 Die Wende in der DDR machte es möglich: Das Klassentreffen (Abitur 1951), das in den letzten Jahren in der Bundesrepublik bei wechselnden Einladenden stattfand, wurde zu Pfingsten 1990 in Neustrelitz einberufen. So konnten endlich auch die "Dagebliebenen" teilnehmen, mit Ehepartnern waren es 13 "Westler" und 13 "Noch-DDR-Bürger".
  • Geburtstage / Geburtstage über 80 Jahre / Hochzeiten / Nachrufe
  • Die Schriftleitung in eigener Sache Vom Erscheinen dieser Nr. 104 an bitten wir, alle Manuskripte an die Adresse Hartwig Klempien, Tannenweg 1a, W 2420 Zarnekau-Sandfeld, zu senden. Dort wird in Zukunft das "Carolinum" zusammengestellt. Die Schriftleitung wird auf diese Weise etwas entlastet.
  • Herbst im Fluß Ringelnatz Der Strom trug das ins Wasser / gestreute Laub der Bäume fort. - / Ich dachte an alte Leute, / die auswandern ohne Klagewort.