1988/1989 Winter

Carolinum
Historisch-literarische Zeitschrift

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52. Jahrgang Nr. 100

Inhaltsverzeichnis
  • Aufruf zur Bildung einer Altschülerschaft am Carolinum zu Neustrelitz 1934 Ihrer eigenen Schülerzeit gedenkend, wenden sich die Unterzeichneten mit dem Aufruf an die allen Schüler aller Jahrgänge des alten Gymnasiums Carolinum, der alten Realschule (Realgymnasium) sowie der jetzigen Doppelanstalt (Gymnasium und Realgymnasium) und fordern sie auf, wie an so vielen anderen Schulen zu einer Altschülerschaft zusammenzutreten, die bereit und entschlossen ist, Bekenntnis zu ihrer alten Schule abzulegen und derselben ihre Dankesschuld abzutragen für die Grundlage der Bildung, die sie ihren Schülern mit auf den Lebensweg gegeben hat.
  • Bericht über die Partnerschaft Schwäbisch Hall und Neustrelitz In den Vermischten Nachrichten in Heft Nr. 99 berichteten wir, daß sich eine Städtepartnerschaft Neustrelitz/Schwäbisch Hall anbahnt, wie sie bereits mit anderen Partnerschaften besteht. Die ersten Gespräche beider Stadtvertretungen fanden im Februar d. J. in Schwäbisch Hall statt, wohin eine Abordnung aus Neustrelitz gereist war. Im April erwiderte eine Delegation unter Leitung des Oberbürgermeisters der Stadt Schwäbisch Hall, Karl Friedrich Binder, den Besuch in Neustrelitz und die Vereinbarungen über die Städtepartnerschaft zwischen den beiden Städten und das Protokollvermerk wurden paraphiert.
  • Protokollvermerk zur Vereinbarung über die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Neustrelitz in der Deutschen Demokratischen Republik und der Stadt Schwäbisch Hall in der Bundesrepublik Deutschland 1. Die in der Vereinbarung vorgesehenen Maßnahmen, insbesondere der Austausch von Delegationen, Gruppen und Personen, vollziehen sich im Rahmen der Städtepartnerschaft. Beziehungen eigenständiger Art werden zwischen Betrieben, Parteien und Organisationen oder anderen Gruppierungen durch die Städtepartnerschaft nicht begründet.
  • Jahresarbeitsplan 1988 im Rahmen der Städtepartnerschaft Neustrelitz/Schwäbisch Hall Ausgehend von den inhaltlichen Zielstellungen, die in der Rahmenvereinbarung zur Ausgestaltung unserer Städtepartnerschaft enthalten sind, werden für das Jahr 1988 folgende Aktivitäten vorgesehen: 1. 16. - 20. 5. 1988 Ratifizierung der Rahmenvereinbarung im Gemeinderat Schwäbisch Hall, Teilnahme einer Delegation aus Neustrelitz unter Leitung des Bürgermeisters.
  • Die deutsche Hanse Fritz Köhncke Die Geschichte der deutschen Hanse ist wohl schon hundertmal geschrieben worden. Dabei fällt auf, daß in älteren Darstellungen eine Art Kontinuität von der Wikingerzeit bis zur Entstehung der deutschen Hanse beschworen wird. Jüngere Arbeiten erwähnen diese Hypothese kaum mehr, und zwar aus der richtigen Erkenntnis heraus, daß Wikingerbewegung und mittelalterlicher Handel an den Küsten des Nordens und über die Meere hinweg zweierlei sind. Ist der Handel auch ein Beweggrund für die Wikingerbewegung, so wird sie doch stärker von politischen und religiösen Motiven getragen, deren Stoßrichtung nach Süden weist, um sich gewissermaßen in einer Vorwärtsverteidigung gegen das christliche Abendland zur Wehr zu setzen und damit dem alten Norden sein Eigendasein in Kultur, Religion und Politik zu erhalten.
  • Kietz- und Wieksiedlungen in Mecklenburg Hans-Joachim Deppe Einführung: Nachweise über Entstehung und Verbreitung von Kietz- und Wieksiedlungen in Mecklenburg gestalten sich schwierig. Neben der überaus dürftigen Quellenlage kommt hinzu, daß der Ursprung für beide Siedlungsformen wahrscheinlich außerhalb Mecklenburgs zu suchen ist. Kietzsiedlungen hatten ihren Schwerpunkt anscheinend in Brandenburg (Krüger 1962, p. 17) während Wieksiedlungen im westfälisch-niedersächsischen Raum verbreitet waren (Schütte 1976, p. 199). Beide Siedlungsformen sind somit möglicherweise in Mecklenburg nicht originär.
  • Erinnerungen der Frau Ida von Heyden-Linden geborene Oertzen an ihr Leben in Tützpatz und Neustrelitz Ida von Heyden-Linden Ida von Oertzen ist am 12. Dezember 1778 in Kotlow (heute Kotelow) geboren, wo sie am 10. Juli 1795 Fritz von Heyden-Linden geheiratet hat, den ältesten Sohn des Herrn von Heyden auf Kartlow, der Besitzer des Majorats Tützpatz gewesen ist. Dieses Majorat war von dem alten Herrn von Linden gestiftet worden, der auch 1779 für die Herrschaft ein schönes Schloß im barocken Stil errichten ließ. Dorthin zogen nach der Hochzeit Fritz und Ida von Heyden-Linden. Den größten Teil ihres Lebens verbrachte Ida von Heyden-Linden, von dem die nachstehenden Aufzeichnungen ihrer Enkelin berichten, auf diesem Schloß; hier starb sie auch am 5. August 1864 im Alter von 86 Jahren.
  • Johann Heinrich Voß Annalise Wagner J. H. Voß ist als dichterischer Übersetzer des Homer (Odyssee 1781, Ilias 1783) und Mitglied des Göttinger Dichterbundes in die deutsche Literatur eingegangen. Wir Mecklenburger schätzen Voß aber auch als "Idyllendichter" (der ,,70. Geburtstag", "Luise") in denen er seine Liebe zum ländlichen Leben offenbart, und die ganze dörfliche Welt seiner Jugendtage sich widerspiegelt. Alle wichtigen Stationen seines Lebens sind uns erneut durch die zwei biographischen Romane des Schriftstellers H. A. StolI: Bd. 1: " Der Junge aus Penzlin", Bd. 2: "Der Löwe aus Eutin" (1962 und 1966) wieder lebendig geworden.
  • Maßmann & Nissen, Reuter und Lübeck Werner Neugebauer Einleitung Unter dem Titel "Lübecker Weinhandel" wurde 1985 eine Schrift herausgegeben, in der u. a. Dr. Werner Neugebauer "Heiteres und Besinnliches aus Sage und Geschichte" berichtet, insbesondere zum Thema " Fritz Reuter und die Weinhandlung Maßmann & Nissen". Mit Genehmigung des Amtes für Kultur der Hansestadt Lübeck und des Autors drucken wir einen Auszug ab. Bibliographischer Hinweis: Elisabeth Spies (Hrsg.), Lübecker Weinhandel. Kultur und wirtschaftsgeschichtliche Studien (Veröffentlichungen des Senats der Hansestadt Lübeck, Amt für Kultur, herausgegeben von Hans-Gerd Kästner, Reihe B, Heft 6) Lübeck 1985.
  • Nuurdsee [Gedicht] Hannelore Hinz So trurig, as de Dag hüt, / so stünn dat ok üm mi. / Wull nah mienen Fründ nu gahn, / an't Meer, mien Fründ, tau di.
  • Das alte Lied vom Müritzstrand - Ernst Hamann in Sietow und Waren Elisabeth Brügmann Manch einer schrieb schon über Ernst Hamann: berichtete über den Gymnasialprofessor in Schwerin, den Pensionär in Alt Gaarz, zitierte seine niederdeutschen Döhnken, würdigte seinen Einsatz für Johann Brinkmans Werk. Keiner wußte etwas über sein Leben an der Müritz, an der er seine Jugend verbrachte. In Waren sang man sein Müritzlied. Warum verband sich bei mir das Lied mit dem Müritzdorf Sietow? Woher kam mir die Vorstellung des Sietower Friedhofes, auf dem er ruhen wollte? Gründete meine Vorstellung sich auf irgendeine Realität? Ich ging dieser Frage nach. Ich suchte nach Spuren und fand mehr als erhofft.
  • Buchbesprechungen
  • Sommer / aus: "De Reis` nah Bellingen" Fritz Reuter In't gräune, frische Jagdrevier / Un in den Holt, dor is't so käuhl, / Dor is't so ruhig as de Nacht; / Dat Low, dat rögt sick in den Bom / Un flustert still un flustert sacht, / As leg' de Welt all in den Drom.
  • De Hasenslingen Rudolf Tarnow Oll Förster Smidt tau Friedrichsmuur / Harr munkeln hürt, dat Hüsler Snur / In sienen Goren wildern ded' / Un dat he Hasenslingen läd'. / Un nich blat Slingen harr he leggt, / He harr ak noch 'n Draht anbröcht / Un dissen in de Stuw rinwunden / Un dar 'ne Klingelklack anbunden.