1985/1986 Winter

Carolinum
Historisch-literarische Zeitschrift

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49. Jahrgang Nr. 94

Inhaltsverzeichnis
  • Zum 175. Geburtstag von Fritz Reuter Hans-Joachim Griephahn Fritz Reuter wird am 7. November 1810 als Sohn des Bürgermeisters und Stadtrichters im Rathaus von Stavenhagen geboren. 1824 kommt Reuter in Friedland aufs Gymnasium, wo er unter den Lehrern auf Karl Horn trifft, einen Mitbegründer und einen der ersten Sprecher der Burschenschaft in Jena.
  • Anmerkungen zu einer alten Chronik der Stadt Waren, 2. Teil Hans-Joachim Deppe Lindenhorst: Das Dorf Lehmhorst trug früher anscheinend den Namen "Lindenhorst" oder, ,Linnenhorst" , wie es aus einer schwedischen Kriegskarte vom Jahre 1648 hervorgeht. Der Name leitete sich ab vom niederdeutschen "Lin" (= Leinen) (124) (Vgl. Abb. 10 Krigsarkivet Stockholm). Lohmühle: Die alte Lohmühle lag auf dem Stüdekämpen vor dem Neuen Thor. Sie brannte im Jahre 1800 ab. Die Mühle wurde seinerzeit noch von Pferden betrieben. Später stand hier eine Windmühle.
  • Das 13. Treffen der Caroliner in Marburg vom 6. bis 8. September 1985 Es war das dritte Mal, daß die früheren Schüler des Carolinums, des Lyceums und Freunde sich im Hotel Berggarten in Marburg/Marbach trafen. Dem Treffen ging am Freitag, dem 6. September, nachmittags um 15 Uhr, eine Vorstandssitzung voraus, um 16.15 Uhr folgte die Hauptversammlung, an der 51 Mitglieder teilnahmen. Darüber wird in den Vermischten Beiträgen, die diesem Heft beiliegen, berichtet.
  • Dominus de me cogitat Andreas Gryphius In meiner ersten Blüt'. Im Frühling zarter Tage / Hat mich der grimme Tod verwaiset / und die Nacht / Der Traurigkeit umhüllt / mich hat die herbe Macht / Der Seuchen ausgezehrt. Ich schmacht' in steter Plage.
  • Predigt im Hohen Chor der Elisabeth Kirche zu Marburg für die Caroliner Hans Schlie Liebe Gemeinde ehemaliger Schüler der Neustrelitzer Schulen! Wir leben umgeben von gewaltigen Spannungen, und es ist unüberhörbar für uns, unsere Gegenwart ist explosiv geladen. Die Medien, d. h. die Zeitungen, der Rundfunk und Fernsehen lassen uns immer wieder aufschrecken. Wir lesen und hören von politischen und militärischen Katastrophen. Und ebenso wenig hören die Naturkatastrophen und schweren Verkehrsunfälle zu Lande, Wasser und in der Luft auf, uns immer wieder zu beunruhigen und zu erregen.
  • Immanuel Kant, Werdegang und Erbe Otthinrich Müller-Ramelsloh Am 22. 4. 1724 in Königsberg geboren, als Sohn eines biederen Sattlermeisters und einer klugen Mutter, der ein ausgezeichneter Charakter nachgerühmt wird, wuchs er in einfachen und bescheidenen Verhältnissen auf. Als begabter Schüler besuchte er das in Königsberg gut angesehene Fridericianum und - von seinen Lehrern gefördert - studierte er anschließend. Zunächst bei Knutzen Philosophie und Mathematik. Er hörte aber zugleich auch bei Teske Physik und später bei D. Schultz, der ihn lebenslang förderte, auch Theologie (Dogmatik).
  • Der Alte in Warnemünde Fritz Fillies Wer geht schon gern zum Zahnziehen? Das dachte ein Urlauber in Markgrafenheide mitten im Krieg Anno 1941, als er mit dicker Backe morgens wach wurde, ausgerechnet jetzt. Die Kleinbahn bimmelte ihn nach Warnemünde, dort wäre einer, der sich auf sowas verstände, hörte er. Das wurde abenteuerlich.
  • Brief Fritz Reuters an Otto Graf von Bismarck Eisenach, 4. September 1866 - Hochgeborener Herr, Hochverehrtester Herr Graf, es treibt mich, Ew. Exzellenz als dem Manne, der die Träume meiner Jugend und die Hoffnungen meines gereiften Alters zur faßbaren und im Sonnenschein glänzenden Wahrheit verwirklicht hat, ich meine die Einheit Deutschlands, meinen tiefgefühlten Dank zu sagen.
  • "Müritzhof" Hanning Deppe Das Naturschutzgebiet (NSG) am Ostufer der Müritz ist untrennbar mit dem Namen Karl Bartels verbunden. Geboren in Teterow, war er zunächst in Röbel im Postdienst tätig. Bei seiner Übersiedlung nach Waren im Jahre 1912 trat er in die Finanzverwaltung über, wo er bis 1945 beschäftigt war. Seine Liebe und seine Freizeit war indessen der Natur und dem Naturschutz gewidmet.
  • "Wat sick de Kauhstall vertellt" [Gedicht] Fritz Reuter Dürt gung taum Melken in den Stall, / Dar steiht ehr Schulten-Jöching all / Un steiht un lurt, / Wo lang't woll durt,
  • "Die Mewes-Linie" Hans-Günther Wentzel Die Inflationsjahre mit ihren verheerenden Auswirkungen auf viele Schichten der Bevölkerung waren vorüber. Sogenannte "Inflationsblüten", die in allen Zweigen der Wirtschaft entstanden waren, hatten inzwischen ihre Existenz aufgeben müssen. Der Gesundungsprozeß in der Wirtschaft setzte sich langsam aber stetig durch. Auch in der Schiffahrt war eine aufsteigende Tendenz zu verzeichnen. Um zu Erfolgen zu gelangen, gehörten neben Unternehmungsgeist, Fachwissen, Zielstrebigkeit und Ausdauer. Harte Arbeit war man darüber hinaus in der Seefahrt gewohnt.
  • Das Dionysische in Nietzsches Schrift: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik Rudolf Wildberg Wenn wir uns dem Erscheinungsbild der antiken griechischen Kultur nähern, fallen uns zuvörderst die Statuen, Götterbilder und ihre Tempel ins Auge. Sie sind der Ausdruck eines Lebensgefühls, welches eine in sich ruhende, durch das künstlerische Maas geprägte, Individualität erahnen lassen. Diese uns als naive, im Schillersehen Sinne naive, Kunst entgegen tretende Erscheinung ist das Produkt einer langen Entwicklung.
  • Fritz Reuter im Westen Hans-Joachim Griephahn Bonner Literaturarchiv macht erste Bestandsaufnahme - Zum ersten Mal seit Kriegsende wird der im Westen vorhandene Nachlaß des mecklenburgischen Dichters Fritz Reuter (1810-1874) systematisch erfaßt. Das Fritz Reuter Literaturarchiv (Hans-Joachim Griephan, 5300 Bonn 1, Postfach 120264) bittet alle Besitzer von Manuskripten, Briefen, Dokumenten, Fotografien, Zeichnungen und sonstigen Erinnerungsstücken um Kontaktaufnahme. Der vor 175 Jahren geborene Reuter gilt als der größte niederdeutsche Dichter und hat vor allem in seiner Jugend-, Festungs- und landwirtschaftlichen Stromzeit auch gemalt und gezeichnet.
  • Buchbesprechungen
  • Klassenbilder UII/1931 des Carolinums und III/1932 des Lyzeums.zeums. Heinz Tiedt
  • Die kleine Stadt [Gedicht] Rudolf Hagelstange Man soll in einer kleinen Stadt / nicht ewig sitzen bleiben. / Man lebt das Leben, das man hat, / doch meist zum Zeitvertreiben.
  • Der erste Schnee [Gedicht] Joh. Lohmeyer Vom Himmel fallen dichte Flocken, / da sitzt auf seinem Lieblingsplatz, / dem dürren Ast, der junge Spatz. / Und piept und zetert ganz erschrocken: / Heda! Was kommt denn da herunter?