1984/1985 Winter

Carolinum
Historisch-literarische Zeitschrift

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48. Jahrgang Nr. 92

Inhaltsverzeichnis
  • Fürstin Therese von Thurn und Taxis geb. Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz und das Haus Thurn und Taxis Roderich Schröder Die Töchter des Herzogs, nachmaligen Großherzogs Carl von Mecklenburg-Strelitz, Luise und Friederike gelangten durch ihre Heirat mit Fürsten aus regierenden Häusern auf Königsthrone, Luise durch ihre Heirat mit Friedrich Wilhelm III. auf den preußischen Thron, Friederike durch ihre Heirat in 3. Ehe mit dem Herzog von Cumberland, nachmaligem König von Hannover, auf den hannoverschen Thron. Luise war 1776 geboren, Friederike 1778. Die ältere Schwester Therese, geb. 1773, die wie ihre jüngeren Schwestern nicht nur anmutig, sondern zugleich hochbegabt war, hatte bereits 1789 mit 16 Jahren in das reiche fürstliche Haus von Thurn und Taxis geheiratet und sich mit dem Fürsten Karl Alexander (reg. 1805-1827) vermählt.
  • Zur Fixierung der Landsgrenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg im frühen Mittelalter Hans-Joachim Deppe Die Fixierung des Grenzverlaufes zwischen Brandenburg und Mecklenburg ist ein interessanter Abschnitt der regionalgeschichtlichen Entwicklung. Die hiermit zusammenhängenden Vorgänge greifen weit in der Zeit zurück. Einige Umstände deuten darauf hin, daß Strukturen in jungslawischer Zeit von einigem Einfluß gewesen sein könnten, wenngleich dies nur noch sehr undeutlich zu erkennen ist. Der Grundstein für den späteren Grenzverlauf wurde im Rahmen der sogenannten "Wendenkreuzzüge" im ausgehenden 12. Jahrhundert gelegt.
  • Abschrift aus der Helpter Pfarrchronik Hans Schlie Propst Hans Schlie aus Hinrichshagen, der von 1936 bis 1953 Pastor in Helpt gewesen ist, schreibt folgendes: Erinnerungen an meine Helpter Amtstätigkeit. Ich will mich dem Wunsche meines Amtsnachfolgers, des Pastors Eberhard Schröder, nicht verschließen und den Versuch machen, im Folgenden aus meinem Gedächtnis einige Dinge nachzuerzählen, die er für die Helpter Chronik verarbeiten will. Ich war in Helpt vom 1. Mai 1936 ab. Am 5. Januar 1953 bin ich von Helpt nach Hinrichshagen verzogen. Wegen der besseren Übersicht sollen die Helpter Jahre in drei Abschnitte unterteilt werden. Man wird bald erkennen, daß es nur so geht, wenn man recht berichten will.
  • Zum 80. Geburtstag von Otthinrich Müller-Ramelsloh am 6. Oktober 1984 Hermann Brandt An der Wiege wurde es Otthinrich Müller-Ramelsloh nicht gesungen, daß er einmal als "der mecklenburgische Dichterphilosoph" bezeichnet würde. Ausgestattet mit besonders reichen Gaben des Geistes und Gemüts, hat er alles, was er erreichte, durch eigene Leistung erworben. Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit, nicht zuletzt aber ein bewundernswerter Fleiß prägten sein Leben. Der Jubilar entstammt väterlicherseits einer alten vorpommerschen Försterfamilie.
  • Burg Schlitz, 2. Teil Annalise Wagner Jetzt kommen wir zu den Baudenkmalen, dem Schloß nebst Innenarchitektur, dem Gasthaus zum goldenen Frieden, der Schmiede, der Karolinenkapelle und dem Teehaus. Beginnen wir mit dem Schloß Burg SchIitz. Es ist im Stil des Neoklassizismus mit zwei pavillonartigen Seitenflügeln auf einer 40 m hohen Terrasse erbaut.
  • Johann Wilhelm Hertel, ein Musiker an den Höfen in Mecklenburg-Schwerin und Strelitz (1727 -1789) Hans-Joachim Heise In Vergessenheit geraten ist heute einer der großen Musiker des 18. Jahrh. Johann Wilhelm Hertel, der als Komponist und Hofmusiker des Mecklbg. Strelitzschen Hofes sowie des Schweriner Hofes an beiden Orten eine große Rolle gespielt hat und weit über die Grenzen seines Landes hinaus einen Namen hatte und freundschaftliche Beziehungen zu den berühmten Künstlern seiner Zeit hatte.
  • Écrasez l’Infâme Erasmus Von Voltaire stammt der Ausspruch "Ecrasez I'infame . .. !" ("Haßt die infame ... !"). Das Wort gehört zu den gegen Kirche und Religion am häufigsten gebrauchten Zitaten. Voltaire wiederholte es oft; sogar anstelle seines Namens als Briefunterschrift: "Ecr. l'inf ...". Aber das Substantiv fehlt . Gewiß meinte er damit auch die Kirche, jedoch nach eigener Aussage im Sinn von "superstition", also "Aberglauben", keineswegs aber die Religion. Von ihm stammt ebenfalls das Wort: "Wenn es keinen Gott gäbe, dann müßte man ihn erfinden!"
  • Gedicht Gerd Tolzien Ein fernes Angelus schwingt leis im Abendwind, / leiht ungestilltem Sehnen Flügel in die Weiten. / Doch Du verharrst und klagst, weil wir Gefangne sind; / und leer und ungelebt zerrinnen Dir die Zeiten.
  • Bücher und Buchbesprechungen
  • Die Affen von Neubrandenburg Fritz Fillies Die beiden Gutsinspektoren, die es angestiftet haben, daß dies geschrieben wird, hatten an dem schönen Frühlingstag von 1938 schon einiges hinter sich, als sie in Neubrandenburg eintrafen. Sie kamen vom Viehhandel an der anderen Seite des Tollense-Sees, und in sich hatten sie auch einiges, vom Mittagessen im Schloßkrug von Hohenzieritz. Dort bei Schwartz, Gastwirt, Ökonom und Fischer, saß und aß und trank es sich ausführlich und stand die Zeit stille. Die beiden Inspektoren waren danach gebaut, unbeweibt noch fürs Vergnügen frei, und einstweilen fragte keiner, woans eck taune Fru kamm. Beim Kniesenacker Bier aus Güstrow und Doppelkümmel aus Rostock kriegten sie muntere Gesichter.