1963 Sommer

Das Carolinum
Blätter für Kultur und Heimat

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(29.) 26. Jahrgang Nr. 38

Inhaltsverzeichnis
  • Zum 30. März 1813 Paul Steinmann Vor 150 Jahren, im Verlaufe des Monats März, sagten sich Mecklenburgs Fürsten - als erste deutsche Landesherren - vom Rheinbund los: Herzog Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin am 14. März, Herzog Carl von Mecklenburg-Strelitz am 30. März. Herzog Friedrich Franz leistete dabei der Aufforderung seines Verwandten, des Kaisers Alexander von Rußland, Folge, sich ihm mit den Schweriner Truppen anzuschließen. Eine Aufforderung, die durch Oberst Frhr. von Tettenborn, den Führer eines russischen Streifkorps, am 14. März in Ludwigslust übermittelt wurde.
  • Chronik der Stadt Burg Stargard und ihrer Gemarkung im Rahmen der Landesgeschichte VIII P. Steinmann Mecklenburg-Strelitz und die nationale Erhebung. Die Errichtung des "Vaterländischen Husarenregiments" und dessen Anteil an den Freiheitskriegen (1813 -15).
  • Das Naturschutzgebiet "Ostufer der Müritz" und eins seiner Charaktertiere (Laelia coenosa) Ernst Urbahn Die Müritz ist mit rund 115 qkm Fläche heute der größte deutsche See. Allen Wassersportlern der Mark und Mecklenburgs ist sie ein wohlbekanntes Gewässer, Ziel sommerlicher Zelt-, Angel- und Erholungsfahrten. Von Waren im Norden erstreckt sich die Müritz in ihrer rautenförmigen Gestalt gegen 25 km weit nach Süden bis hinter Rechlin und in wechselnder, etwa halber Breite vom höheren Westufer bei Röbel bis zu den ausgedehnten, siedelungsarmen Sumpf- und Seenflächen im Osten, die weitab vom großen Durchgangsverkehr gelegen sind und dadurch noch heute ein Paradies für eine reiche, ungestörte Tier- und Pflanzenwelt bilden.
  • Der Bildhauer Otto Flath Rudolph Jacoby Im holsteinischen Land in Bad Segeberg lebt still ein Künstler, ein Holzbildhauer, ein schöpferischer Geist, dessen Werke nicht nur im Norden und Süden, im Osten und Westen unseres Vaterlandes in Kirchen und Schulen, in Krankenhäusern und Sanatorien, in Museen und Privathäusern zu finden sind, sondern die auch in andern Ländern und Erdteilen begeisterte Freunde gefunden haben. Mit dem Atelier des Künstlers ist eine Halle verbunden die viele seiner Werke zeigt, und in die Tausende geht Jahr für Jahr die Zahl der Besucher dieser Stätte.
  • Sommer [Gedicht] G. H. Wir ruh'n im Schilf. / Der Sommerwind / schmiegt sich um junge, / schlanke Glieder / und legt auf sonnenhelle Augen / den sanften Schleier / seines Traums.
  • Die Wandelung des humanistischen Bildungsideals in Staat und Gesellschaft Hermann Brunswig Das humanistische Bildungsideal ist heute als Lebensmacht in Staat und Gesellschaft ohne jede überzeugende Kraft. Es gibt keine Menschen mehr wie Thomas Morus, Pico della Mirandola oder Wilhelm von Humboldt. Wir vertrauen dem Humanismus nicht mehr, aber wir wissen um seine weltgeschichtliche Bedeutung, möchten alles tun, ihn uns zu bewahren. Sein Fortschrittsgedanke der Zivilisation hat sich als eine Hybris des Menschen entschleiert; dieser Fortschritt beschränkt sich allenfalls auf die Naturwissenschaften und die Technik, die beide neutral im Dienste des Guten wie des Bösen stehen. So entbehrt der Humanismus heute des hinreißenden Pathos, das einst ihn beseelte.
  • Amalie Donnenbergs Tod im Leben ihres Vaters, des Professors an der Universität Rostock G. P. H. Norrmann (1753-1837) Karl Alfred Hall Gerhard PhiIipp Heinrich Norrmann, Professor der Geographie und Geschichte in Rostock, war ein Sohn der Goethezeit. Daran erinnern ein Jugendbild aus dem "Sturm und Drang" und ein Altersbild fast so wie der "Geheimbde Rat". Er wurde am 24. Februar 1753 in Hamburg geboren als ältester Sohn des Futteralmachers Franz Hinrich Anton Norrmann und der Catharina EIisabeth geb. Ramcke.
  • Das Herz der Artemis geweiht. Lebenserinnerungen einer bedeutenden Engländerin Hermann Rössler Die Zeit der Regierung von Königin Viktoria (1837 - 1901) wird von den Briten gern als das "goldene Zeitalter" bezeichnet. Gewiß war es für die Oberschicht des Landes, nachdem eine Kolonie nach der anderen in britischen Besitz gekommen war, eine Zeit von unerhörter Fülle, die sich mit beendeter Industrialisierung des Königreiches noch steigerte. Wie immer: wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. Das zeigen die bitter-satirischen Kritiken von Shaw, Wells und Oscar Wilde. Die spätere Generation, zu Beginn des ersten Weltkrieges gerade herangewachsen und von Hemingway "die verlorene" genannt, lebte ähnlich wie bei uns von der Hoffnung und dem Traum, der Krieg 1914 - 1918 sei nur ein vorübergehender Alpdruck gewesen und könnte sich, da jetzt die Vernunft zu Wort kommen würde, nie mehr wiederholen.
  • Hochsommer [Gedicht] G. H. Die Glut des Tages ist versunken, / der See hat sie hineingetrunken. / Nun fächelt er den leisen Wind / Fohlen, die auf der Koppel sind.
  • Vogelwelt am Zierker See Herman Groth Zwischen Prälank und dem Witt Pohl gehe ich vorsichtig, um jedes Geräusch zu vermeiden, durch ein Birkengehölz. Zwischen diesem und dem Zierker See liegt der Beobachtungsstand. Gebogene und zusammengebundene Zweige sind mit Heu überdeckt, so ist der Stand geschützt und gut getarnt. Wartend hocke ich auf dem mit Heu gepolsterten Boden. Noch liegt dunkle Nacht über Wäldern und Wiesen. An zwei Stellen drücke ich das Heu auseinander, um mit dem Glas beobachten zu können. Hinter mir höre ich das Hu-hu-hu eines Waldkauzes und aus fernen Schilfdickichten das dumpfe Prump-prump-prump der Großen Rohrdommel.
  • Ist Krebs heilbar? Hans Runge; Hugo Zeitz Das Wissen um die Krebszunahme während der letzten Jahrzehnte hat zu einer weit verbreiteten Krebsangst geführt. Diese kann nicht durch Verschweigen des ganzen Krebsproblems, sondern allein durch Hinweise auf die Vorbeugungsmöglichkeiten und auf die Erfolge der ärztlichen Behandlung verhütet bzw. überwunden werden. Das gilt für das gesamte Gebiet des Krebses beim Menschen; bei der Frau vor allem für den Unterleibskrebs, die Krebsform, die bei ihr am häufigsten auftritt und rein zahlenmäßig eine besondere Bedeutung besitzt.
  • Warum ist der Fudschijama so schön? Versuch eines Glasperlenspiels Hans-Dieter Schäfer Man kann dieser Frage weder besondere Aktualität noch außergewöhnliche Wichtigkeit beimessen. Wenn es dennoch geschehen soll, so mag es, dem Andenken Hermann Hesses gewidmet sein. Doch davon später. Der Gedanke, daß die Verehrung des heiligen Berges der Japaner eine besondere Ursache haben müsse, drängt sich jedem auf, der eine Ausstellung japanischer Malerei besucht.
  • Der Forscher und Archivar Friedrich Lisch 1801-1883 Annalise Wagner Das Leben und Werk dieses großen Mecklenburgers ist in Mecklenburg-Strelitz in Vergessenheit geraten. Nur die Fachkollegen wissen um ihn. Da Altstrelitz seine Vaterstadt ist, wollen wir ihn heute in die Reihe großer Mecklenburger in unserer engeren Heimat mit aufnehmen. Mecklenburg ist das erste Land Deutschlands, daß Grabhügel der Vorzeit öffnen ließ. Bereits gegen Anfang des 16. Jahrhunderts ließ Heinrich V. Grabhügel in Mecklenburg untersuchen.
  • Aus Land Stargard in die weite Welt Der Trieb zum Vorwärtskommen hat manchen Mecklenburger im 19. Jahrhundert veranlaßt, zeitweise - leider oft auch für immer - der Heimat den Rücken zu kehren. Von den Dörfern erfolgte in den 80er Jahren die große Auswanderung nach Nordamerika. Wer Stadtschulen besuchen konnte, kam auch weiter, ohne auszuwandern, wobei der Seemannsberuf nahelag. So konnte sich ein Dorfjunge aus der Nähe von "Altenstargard" z. B. in Neustrelitz das Schulwissen holen, um in der Seefahrt seinen Beruf zu finden. Von einem solchen Schüler der Neustrelitzer Realschule soll hier die Rede sein; verzichten wir auf seinen Namen und lassen wir diesen Caroliner denen, die es angeht, einiges aus seinem Leben berichten, was ihm bemerkenswert erscheint.
  • Wilhelm Unger 1775-1855, Neffe von Wilhelm Tischbein, Hofmaler und Professor in Neustrelitz. Anhang III Literatur, Auszüge und Abkürzungen Eckhard Unger
  • Über den Ursprung und die Geschichte Malchins Ulrich Fischer Die bekannte Malchiner Chronik von H. C. Gotthard, 1862, erweitert von Fritz Brockmann, 1902, berichtet lakonisch: "über die erste Gründung Malchins läßt sich wohl schwerlich etwas Zuverlässiges berichten. Daß die Stadt im Fürstentum Wenden belegen, 1236 am 7. April von Herrn Nicolaus III. zu Werle das Schweriner Stadtrecht erhalten, 1316 bis 1375 der Parchimschen Linie gehörig, seit 1436 mecklenburgisch etc. - dies ist alles, was uns der Staatskalender über ihren Ursprung sagt ." Die Chronik fährt dann etwas naiv fort: "sowie nach anderen Berichten Malchin anfänglich ein Dorf gewesen sein soll."
  • Neudrusedom / Erinnerungen Niklas Nothnagel "Das Leben ist ein Phantasiespiel der Natur." Es ist der Ausspruch einer längst verstorbenen Dame, welchen N. N. für passend erachtete, diesen Seiten vorangestellt zu werden. Als Persönlichkeit war sie ihm nicht mehr selbst bekannt - obwohl noch zu seinen frühen Lebzeiten auf der Welt, zumal auch er in Hinblick auf sein jugendliches Alter damals noch nicht den Anspruch erheben konnte, seinerseits eine solche zu sein (ob er heute eine ist, wird von ihm ebenfalls bezweifelt). So ist er denn ganz auf spärliche mündliche und gedruckte Uberlieferungen angewiesen, was die Kenntnis der Lebensumstände der Erwähnten betrifft.
  • Bücher und Buchbesprechungen
  • Uns´ plattdütsch Eck: Bullerjahn un Röhlkentee - En lütt Vertellers äwer plattdütsche Plantennams Walter Gotsmann Wecker drinkt hüt noch "Röhlkentee"? Wecker söcht noch "Bullerjahn"? Wecker wet äwerhaupt, wat dormit ment is? Wenn wi in de School de Kinner fragen, wians de enzelnen Biomen up pIattdütsch heten, denn finnen siek höchstens en orrer twe, de 'n poor Nams angäwen känen.
  • Uns´ plattdütsch Eck: Oltspraken Wüür Hans Meese 31. Abendräd un Morgenräd stimmt biwilen nich tohoop.
  • Uns´ plattdütsch Eck: Ein plattdeutscher Brief von Heinrich Schliemann
  • Vermischte Beiträge
  • Lyceum Neustrelitz, Klasse 3, Jg. 1908 [Klassenfoto] Helene Tank, Helene Böttcher, Mike Fröhlich, Gertrud Schmidt, Erika Grüder, Ada Bethge, Anna Hellwig, Gertrud Frentz, Wanda Schröder, Ina Grambow, Dora BubLitz, Ina Seuberlich, Liesbeth Dinse, Liesbeth Löskow, Grete Eichmann, Lotte Meyn, Grete Kurztisch, Eva Müller, Anna Steifen, Grete Arp, Martha Wandel, Charlotte Melz, Marie Putzierer, Marie Möler, Dora Paulsen
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