1959 Sonderheft

Das Carolinum
Blätter für Kultur und Heimat

Die komplette Ausgabe zum Download
(12.33 MB)

(52.) 21. Jahrgang Nr. 28

Inhaltsverzeichnis
  • An die Gefährten [Gedicht] Fritz Hagemann Da seid ihr noch einmal in diesem Buche / Beisammen, ihr Gefährten alter Zeit, / Und liebevoll beginnt die späte Suche / Nach Freund und Freundin der Vergangenheit.
  • Aus: Sprachschichten im Mecklenburgischen Wörterbuch Hermann Teuchert Zum 100. Geburtstage Richard Wossidlos am 26. Jauar 1959. Als Wossidlo am 4. Mai 1939 die Augen für immer schloß, lag über ein nalbes Jahrhundert rastloser Arbeit für die mecklenburgische Volkskunde und Sprachforschung hinter ihm. Die ältesten Zettel, die seine Hand mit sprachlichen Angaben beschrieben hat, tragen die Jahreszahl 1884, Den ersten Band seiner "Mecklenburgischen Volksüberlieferungen" mit den Rätseln gab er 1897 heraus, der zweite folgte 1899, der dritte 1906.
  • Frühlingserwachen G. H. Wie hoch die Sonne schon am Himmel steht - / und noch blüht nicht das erste Veilchen. / Die Ösche nur das blaue Auge hebt. / Doch warte, warte nur ein Weilchen,
  • Professor Dr. h. c. Richard Wossidlo Paul Kühl Wer war Wossidlo? Vor rund 20 Jahren hätte man, wenigstens in Mecklenburg, diese Frage kaum stellen dürfen; denn damals hier nach Wossidlo fragen, hieß: "Kahlen na Cardiff, Tran na Tromsö drägen." Wenn man im Gespräch mit einem greisen Tagelöhner, selbst in entlegener Gegend Mecklenburgs, die Rede auf Wossidlo brachte, so huschte ein warmes Leuchten des Verslehens über sein Gesicht, in "dat so vel Kauhstieg sik lang treckten."
  • Geliebtes Neustrelitz - Erinnerungen aus den Jahren 1912-1945 Walter Sauter Hätte mich, das gebürtige Berliner Kind, in meiner frühen Jugend ein Erwachsener nach Deutschlands schönster und wichtigster Stadt gefragt, so wäre es mir nicht in den Sinn gekommen, die gewaltige kaiserliche Hauptstadt an der Spree dafür zu benennen, sondern die Antwort hätte unfehlbar gelautet: Neustrelitz.
  • Der Marktplatz zu Neustrelitz [Gedicht] Fritz Hagemann So war das einst - du darfst ihn nicht vergessen, / Wie ihn das achtzehnte Jahrhundert schuf, / So weit, im hügligen Geviert bemessen - / Den Platz, gebaut durch herzoglichen Ruf.
  • Otto Heise Karl Risch Ich denke an Otto Heise! Als ich ihn kennenlernte, ich war vielleicht Sextaner, wohnten wir in der Mühlenstraße - er in Nr. 4 bei Zimmermeister Seyberlich auf dem ersten Hof, es gab noch einen Hinterhof. Er wird wohl Quartaner oder Tertianer gewesen sein - damals noch ein richtiger Junge wie wir alle. Es war Winter und - Schlittenbahn. In einem großen Kastenschlitten saß die Mannschaft, Otto in einem kleinen Bergschlitten dahinter.
  • Friedrich Winkel 1853-1929 Annalise Wagner Wie viele der alten Caroliner haben diesen vorzüglichen Lehrer und Menschenfreund erlebt und erinnern sich seiner in Dankbarkeit und Liebe! 1929, als er im 76. Lebensjahr starb, widmete Walter Karbe ihm einen kurzen Nachruf in den Mecklenburg-Strelitzer Heimatblättern. Einiges aus diesem Nachruf soll hier wiederholt und jetzt nach fast 30 Jahren ergänzt werden. "Die Winkels sind ein altes Bauerngeschlecht, das im Südwesten von Meckl.-Strelitz sowie in der angrenzenden 'Sandpropstei' wohl schon lange seßhaft ist."
  • Nornen [Gedicht] G. H. Niemand kennt der Nornen / spinnwebfeine Kunst; / jeder spürt die Dornen, / nicht des Schicksals Gunst.
  • Dr. jur. Roderich Hustaedt + Uns alle hat die Nachricht vom Heimgang unseres hochverehrten und weit über die Grenzen unseres Heimatlandes hinaus bekannt gewordenen Staatsministers a. D. Dr. Hustaedt zutiefst betroffen. Wir Caroliner haben durch sein für uns so unerwartetes Ableben am 8. Dezember v. J. nicht nur den Ehrenvorsitzenden unserer Altschülerschaft, sondern auch einen unserer ältesten Mitschüler und tatkräftigsten Förderer der Carolinerschaft verloren.
  • Karl Gerigk + Am 14. September 1958 starb Musikdirektor Karl Gerigk, zuletzt auch Lehrer an der Oberschule Neustrelitz. Sein Sohn Wolfgang war Abiturient des Carolinums. Er fiel als Fahnenjunker-Unteroffizier im zweiten Weltkriege.
  • Prof. Dr. Otto Hahn 80 Jahre Dr. Erich Maendl schreibt in dem Buch "Via Regia" (Wilhelm Andermann Verlag): "Der erste Nobelpreis, der nach dem Ende des Krieges 1945 wieder an einen deutschen Forscher verliehen wurde, war der für Chemie des Jahres 1944. Ihn erhielt der Atomforscher Otto Hahn.
  • Anschriftenverzeichnis
  • Aus dem alten Carolinum In Neustrelitz war es üblich, daß der Spitzname des Lehrers auch auf seine Kinder übertragen wurde. Erich Rochnas Spitzname war "Mummel". Den hatte er schon im Anfang seiner Laufhahn in Rostock bekommen, als er seinen Schülern, die ihm mittags in den Mantel halfen, zu sagen pflegte: "Ist nicht nötig, ich bin doch kein Mummelgreis".