1956 Jubiläumsheft

Caroliner Zeitung
Festschrift zum 150jährigen Jubiläum des Carolinum Neustrelitz

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18. Jahrgang Nr. 19/20

Inhaltsverzeichnis
  • Epigonen G. H. Epigonen sind wir. Wer / ist nicht Epigone? / Müssen wir deshalb geringer sein?
  • Festschrift zum 150jährigen Bestehen des Carolinum Neustrelitz, Zum Geleit Hustaedt In diesen Tagen der Erinnerung und des 150jährigen Jubiläums des Carolinum gilt mein Gruß unserer alten lieben Schule, dem Gymnasium, dem Realgymnasium und der Realschule. Der 10. Oktober 1806, Geburtstag des damaligen regierenden Fürsten von Mecklenburg-Strelitz, gilt als der Tag, an dem ohne besondere Einweihungsfeierlichkeit das neue, vom Herzog Carl erbaute Schulhaus seine Pforten in aller Form öffnete.
  • Geschichte des Carolinum Neustrelitz von 1806-1956 Gustav Piehler Folgende Quellen standen zur Verfügung: 1. Nachricht voh der Einrichtung der Elementar-Schule und Real-Schule zu Neustrelitz von G. G. Ph. Siefert. Zweite vermehrte Ausgabe, Neustrelitz 1828, gedruckt bei Heinrich Korb, Großherzögl. Hofbuchdrucker. 2. Zur Geschichte der Organisation des Neustrelitzer Schulwesens vom J. 1795 bis zum J. 1838 von K. H. Rättig, Neustrelitz, Buchdruckerei Hellwig, 1856. 3. Chronologische Übersicht über die Weiterentwicklung der Neustrelitzer Realschule während der Jahre 1878-1903 von Rat Dr. O. Wetzstein, Neustrelitz 1903, Druck der Hofbuchdruckerei von H. Bohl.
  • Das Gymnasium Carolinum Im Jahre 1856 wurde in einem öffentlichen Schulaktus im Gymnasium Carolinum am 9. Juni des Einzuges in das neue Schulhaus feierlich gedacht. Im Oktober 1906 wurde das hundertjährige Bestehen mit Festakt, Fackelzug, Kommers, Festaufführung, Festmahl und Ball an einer Reihe von Tagen rauschender Freude begangen, die übergossen waren von dem köstlichen Sonnenschein eines mecklenburgischen Herbstes. Aber wenn wir die Geschichte des Carolinum in unser Gedächtnis zurückrufen wollen, dann müssen wir doch noch etwas weiter zurückgehen als 1806, nämlich in das Jahr 1795.
  • Die Realschule (Realprogymnasium) Sowohl Professor Dr. K. Rieck· wie auch der Direktor der Realschule, Rat Dr. Wetzstein, verweisen in ihren Festschriften (1906 und 1903) auf alte Festschriften und Programme in der damals berechtigten Annahme, daß diese Druckschriften wohlverwahrt in der Bibliothek der Schulen lägen und sofort einzusehen seien. Der zweite Weltkrieg hat uns aus diesem Traum gerissen. Soweit nicht der Zufall die angeführten Schriften in Privathand aufbewahrt hat, sind sie vernichtet oder verschwunden.
  • Ausblick "Und wenn die Schule hundert Tore hätte wie Theben, lasset durch jedes Tor die Freude hinein!" Schauen wir noch einmal zurück in das Leben des alten Carolinum, so müssen wir zugeben, daß der Unterricht stark einseitIg war; Lateinisch vor allem (bis zu 13 Stunden!) und Griechisch standen absolut im Mittelpunkt des Gymnasiums. Die Zucht war hart (bis zu einer Woche Carcer!). Durchaus abgelehnt wurde schon in den ersten Anfängen des Carolinums die Vorbildung auf irgend einen Beruf hin, was auch heute nach über hundert Jahren noch vollkommen der Anschauung der führenden Pädagogen und Philosophen wie Spranger und Jaspers entspricht.
  • Sang an die Toten [Gedicht] G. H. Immer muß ich lauschen / dem verwehten Sang, / hör' die Stimmen rauschen, / hör' der Worte Klang.
  • Feier in der Aula der Philipps-Universität zu Marburg am 29. September 1956 Programm
  • Der Abiturientenjahrgang 1938 gratuliert Erhard Lungfiel Fast unendlich lange scheint es her zu sein, daß ich das letzte Mal über die knarrenden Dielen unseres Schulgebäudes ging. Wenn ich so zurückdenke, werden manche Erinnerungen wach. Vergessen ist alles schwere Erleben der letzten Jahre - ich bin wieder zu Hause, bin wieder ein Schuljunge, wie damals. Und fast ungewollt kommen mir die Worte von Klaus Groth in den Sinn: "Ick wull, wi weern noch kleen, Jehann ..." Ja, dabei ging's in unserem Carolinum gar nicht immer ruhig zu.
  • Freunde [Gedicht] G. H. Wir lagen im Gras und sprachen nicht viel, / der Glast umsprühte die Glieder, / sein Suchen auf unsere Lider fiel / und wölbte sie mählich hernieder.
  • Entomologisches aus Mecklenburg (Erinnerungen an meine Schülerzeit in Neustrelitz 1900 bis 1908) Ernst Urbahn Wie lange liegt das, alles schon zurück! - Nach Pfingsten 1900 brachten meine Eltern mich aus meiner Heimatstaat Zehdenick (Havel), wo ich die 6klassige Bürgerschule erledigt hatte, auf das Gymnasium Carolinum. Schon 5 andere Zehdenicker waren dort als Schüler vertreten: Rudolf Ebert, Werner und Ernst Lüdecke, Walter Karich und Hans Rudeloff. Von ihnen ist nur noch Karich am Leben.
  • Dank an Onkel (Abdruck aus der Caroliner Zeitung Nr. 15/1943) Paul Weiglin Vielen von uns hat der alte Oberschulrat Dr. Friedrich Wilhelm Schmidt das Leben schwer gemacht, und ich kenne Schüler von ihm, die auch nach Jahrzehnten mit Unbehagen oder gar mit Groll an ihn denken, denn er war ein strenger und eifriger Humanist und verfolgte mit seinem Zorn die Unglücklichen, die kein Verständnis für ciceronianische Perioden oder sophokleische Chöre hatten. Auch ich selber zählte nicht zu seinen Lieblingen.
  • Griechische Impressionen Johann Heinrich Klempien "Das Leben der Menschen ist eine Fläche mit vielen farblosen, breiten Stellen und vielen dunklen Flecken. Das sind die Tage, wo man nichts Bedeutendes tut oder erlebt, und die Tage des Übels. In diesen Tagen leben wir nicht, wir messen die träge Zeit und hängen an dem bleiernen Pendelschlag der Endlichkeit. Dazwischen aber sind goldene leuchtende Punkte auf der Fläche verstreut, wenige, aber von tiefem und strahlendem Glanze. Das sind die wenigen Stunden, wo wir wirklich leben, weil unser Geist sich im Großen und Unsterblichen vertieft; Minuten sind schnell verschwunden, aber in diesen Minuten leben wir ewig."
  • Musik am Carolinum Albert Krietsch Die edle Frau Musica hat an unserenm Carolinum immer eine besondere Liebe und Heimstätte gefunden. Wenn heute aus der Erinnerung an die letzten Jahrzehnte, insbesondere der Jahre zwischen 1920 und 1945, einiges erzählt werden soll, so wird damit kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, noch irgend ein Name in den besonderen Blickpunkt gerückt. - Aus welchen bescheidenen und bei einer wirklichen Musikpflege unzulänglichen Zuständen mußten wir aufbauen!
  • Aus alten Turnerliedern des Carolinums Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen / in den großen heil'gen Dom, / laßt aus tausend Kehlen schallen / des Gesangs lebend'gen Strom!
  • "Achtung vor dem Lied!" - Erinnerungen an Professor Paul Göbeler Peter Heitmann Wenn wir auf die Entwicklung des Unterrichts in unserer jungen und doch vom Schicksal bereits schwer gezeichneten Stadt Neustrelitz zurückblicken, müssen wir feststellen, daß mit der Gründung des Carolinums dort auch die Grundlage für ein beständiges und ordnungsgemäßes Schulwesen geschaffen wurde. Aus ihm sind alle anderen Neustrelitzer Schulen entstanden. Am engsten aber ist mit dem Carolinum die Realschule, das spätere Realgymnasium, verbunden geblieben.
  • Mitarbeiter der Festschrift