1944 Juni

Caroliner Zeitung
Feldpostbriefe der Altschülerschaft des Carolinums zu Neustrelitz (Oberschule für Jungen und Gymnasium)

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10. Jahrgang Nr. 18

Inhaltsverzeichnis
  • Aus der Edda Besitz stirbt, / Sippen sterben, / Du selbst stirbst wie sie.
  • Nachrufe für im Krieg gefallene Caroliner Wolfgang Mattheus - Hans Ramson - Gustav Königsberg - Gerd Wolter - Werner Unmack - Hasso Baron von Vietinghoff-Scheel - Carl Kollof - Otto Wiechmann - Eberhard Prillwitz - Werner Fick - Karl-Heinz Sonnberg - Franz Müller - Walter Bruhns
  • Der "Neue" Karl-Heinz Gieseler Hier und da klopft der Posten auf der Runde die Fußspitzen oder die Hacken zusammen und schüttelt sich vor Frost: Die Morgendämmerung hat doch empfindliche Kälte mit sich heraufgebracht. "Saukalt" schimpft der Posten und flucht leis' vor sich hin, er, der gestern abend bei uns ankam.
  • Ich hat einen Kameraden Ohm Fern im Osten ragt ein Kreuz, das meinen Namen tragen sollte und nun den seinen trägt. Vielleicht umrankt das junge Grün jetzt seinen Hügel. Das wäre gut. Vielleicht ist schon das Kreuz verwittert. Gleichviel!
  • Funkeinsatz im Osten, Sommer 1943 Erhard Lungfiel Strahlend lachte die Sonne vom herrlich bleueb Himmel herab. Tiefster Friede, Ruhe an allen Fronten - so schien es. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkte darum die Alarmnachricht.
  • Schule und Pflanzen Karl Erich Maaß Endlich ist es wieder soweit: nach langen Winterwochen zog ein neuer Frühling ins Land und unsere Heimat bedeckt sich seitdem mit einem immer bunteren Blumenteppich. Da ist auch die hohe Zeit für einen naturkundlichen Unterricht gekommen. Wer von Euch, Ihr alten Schüler, denkt beim Anblick des gelben Huflattichsternes oder der Sumpfdotterblume nicht jener Zeiten, da Ihr hinauszogt, um allein oder gar mit dem Lehrer und der ganzen Klasse diese Pflanzen am Zierker See zu suchen und sie als erste Trophäen des Frühlings in das Klassenzimmer zu bringen?
  • Aristeia Julius Bocks Alle unsere anderen Lehrer am Gymnasium Carolinum hatten ihre Spitznamen, teil vertrauliche, teils respektlose, er allein hatte keinen. Denn das "Mister" vor seinem rechtlichen Namen war eher ein Titel, eine Auszeichnung, eine mehr oder minder zärtliche Liebeserklärung. Aber nicht allein das unterschied ihn von seinen Kollegen. Um ihn war etwas von jenem geheimen Zauber, der zugleich anzieht und entfernt.
  • Die Kohlstunde Paul Weiglin Man hat den Lehrplan des alten Gymnasiums vielfach dürftig oder doch einseitig gescholten, und manche unter uns hat solchen Vorwürfen zugestimmt, denn wie zahlreiche Gebiete, die sich uns im Leben auftaten, hat unsere liebe Penne nicht gekannt oder beachtet. Da hatten die modernen Schulen mit den meist freilich etwas schwierigen Namen den modernen Geist ganz anders willkommen geheißen. Sie verfügten über kostbare naturwissenschaftliche Sammlungen und Apparate, während bei uns Hannes Hinrichs mühsam und oft umsonst an der Elektrisiermaschine drehte und den ausgesopften Bussard listig und geschickt vor den Motten hütete.
  • Beiträge zur Gründung der Neustrelitzer Hofkapelle K. Hustaedt Die Pflege der Musik geht am Mecklenburg-Strelitzschen Fürstenhofe nach archivalischen und literarischen Quellen bis in den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück. Schon unter der ebenso energievollen wie zielbewußten Regierung des ersten Regenten des Strelitzschen Landes, Herzog Adolf-Friedrich II. (1701-1708), der auf seinem Schlosse in Strelitz residierte, ist die Ausübung der Tonkunst nachweisbar.
  • Im Lazarett [Gedicht] Otto Fröhmcke Alle unsere Wünsche sich vereinen, / feiern wir die Abenddämmerstunde, / Unterm Fenster - auf den weißen Leinen - / bleibt das Wort im schmerzgelösten Munde.
  • Lachendes Carolinum Kootz Originalergebnisse "freier Forschung": u. a. "Alkoholgehalt wird durch Zusatz von Wasser prozentual gesteigert."
  • Vermischte Nachrichten neue Mitglieder der Altschülerschaft Nr. 849 bis Nr. 884