„Schliemanns Traum“ begeistert in Ankershagen

thumb image

Der Archäologe Heinrich Schliemann hatte immer den Traum Troja zu finden. Es gelangt ihm, was als Beweis dienen darf, dass es sich lohnt, seine Träume zielstrebig zu verfolgen. Der Neigungsunterricht Griechisch hat einen ganz anderen Traum Schliemanns inszeniert und beim offiziellen Festakt im Heinrich-Schliemann-Museum anlässlich seines zweihundertsten Geburtstages aufgeführt.

Natürlich träumt Heinrich Schliemann von Troja, von seinen Ausgrabungen und den Figuren, deren Namen mit Troja untrennbar verbunden sind: Homer, Priamos, Achill und viele weitere begegnen ihm. Doch wie reagieren die großen Helden und Dichter auf seinen Sensationsfund, auf seine Entdeckung Trojas?

Ganz unterschiedlich und für Schliemann – so viel sei verraten – überraschend. Da sind unter anderem eine selbstbewusste Helena, die mit den nach ihr benannten Juwelen gar nicht zufrieden ist („So etwas trage ich doch nicht!“), ein wütender Achill, dem die gefundene Stadt zu klein vorkommt („Dieses Hügelchen soll Troja sein?“) und Odysseus, genervt, dass niemand seine Leistungen würdigt („Was findest du nicht? Das trojanische Pferd!“).

Doch es kommt noch schlimmer, als im Finale die Weisheitsgöttin Athene die Entdeckung in Frage stellt und der Dichter Homer sich freut, dass es die Orte aus seiner Ilias wirklich gibt. Denn damit hätte wohl kaum jemand gerechnet – am wenigsten er selbst.

In mehrwöchigen Probenphasen haben sich die Schüler:innen den Text angeeignet, das Sprechen mit dem Mikrophon geübt, Requisiten besorgt und Kostüme anprobiert. Sie haben sich verhaspelt, versprochen und Texthänger gehabt. Aber bei der Aufführung vor einem großen Publikum haben sie einfach nur begeistert und professionell abgeliefert. Langanhaltender Applaus, viele Lacher und ein großzügiges Präsent des Heinrich-Schliemann-Museums sind der wohlverdiente Lohn. Und der Stolz, den alle Beteiligten nach dem Auftritt verspürt haben, die Nerven behalten und geschauspielert zu haben. Denn das war es wirklich – ein sehenswertes Schauspiel!