„Keine Utopie, sondern das, was wir erleben durften“

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„Sommerkleidung suchen. Koffer packen. Neben Freunden im Bus sitzen. Müdigkeit, Erleichterung, Aufregung. Über Grenzen fahren. Das erste Mal die Berge sehen. Das erste Mal Mondovì auf dem Hügel entdecken.“ Zum wiederholten Mal gastierte das Ensemble vom Gymnasium Carolinum unter der Leitung von Reinhard Gust erfolgreich in der Region Piemont in Italien.

„Seit über 20 Jahren gibt es eine wunderbare Schulpatenschaft vom Carolinum und Schulen in dieser Region.“, sagen übereinstimmend Donatella Garello, Schulleiterin in Mondovi, und ihr Kollege Henry Tesch, Schulleiter vom Gymnasium Carolinum in Neustrelitz.

Beide haben zusammen diese Patenschaft aus der Taufe gehoben und über diese 20 Jahre am Leben erhalten.

Um so mehr freut es jetzt beide, dass es nach einer längeren Pause wieder möglich ist, das Austauschprogramm zu leben.

Die vielfältigen Begegnungen und gemeinsamen Projekte der letzten 20 Jahre zu den unterschiedlichsten Themen füllen ganze Regale.

Von Anfang an gehörte eine Reise von Chor und Instrumentalgruppe zum Austauschprogramm.

„Ich erinnere mich lebendig an unsere letzten Auftritte in den Jahren 2014, 2017 und 2019 in Italien“, so Reinhard Gust. „Ich glaube, los ging es aber bereits 2004 mit Auftritten vom Ensemble in Mondovi und Cuneo.“, blickt der Ensembleleiter zurück.

„Dank eines gigantischen Netzwerks haben alle 75 Neustrelitzer Gymnasiasten ihre Gastfamilien bei uns gefunden“, sagt Donatella Garello. Insgesamt ist dies bei allen Projekten der letzten Jahre beiden Seiten immer ein wichtiges Anliegen. Nur so ist es möglich, wirklich Land und Leute kennenzulernen. Dies ist im Vorfeld immer gleichsam mit Aufregung und Neugier sowohl bei Schülerinnen und Schülern sowie bei Gasteltern und Gastgeschwistern verbunden.

„Wir haben alles ringsum genossen“, so das einhellige Urteil der jungen Musikerinnen und Musiker vom Gymnasium Carolinum.

Charlotte Groh vom Ensemble fasst es so zusammen: „Herzlicher Empfang. Viele neue Gesichter, noch mehr Lachen und noch mehr Aufregung.

Die Familie kennenlernen. Die Stadt entdecken. Dabei andere Familien treffen. Zusammen die neuen Eindrücke genießen. Lampenfieber. Helle Lichter, laute Musik, Freude, Applaus. Umarmungen, Glückwünsche, Erleichterung, Stolz. Und wieder ein Ereignis, das uns zusammengeschweißt hat. Uns als Chor, uns als Schulen, uns als Länder.“

Auch die Gedanken von Bjarne Kasch spiegeln dies wider: „Freude hat mir auch das großartige Publikum bereitet, welches den Chorkonzerten durch enthusiastisches Mitklatschen und Jubeln eine besondere Atmosphäre verliehen hat. Aus Sicht eines Sängers und Chormitglieds berührte mich dabei die Freude des Publikums und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.“

Und was sagen ihre Gastgeber?

Sie fällen ebenfalls ein eindeutiges Urteil. „Es waren so wunderbare Konzerte, so berührende Abende, die für immer in unserer Erinnerung bleiben.“

„Es bleibt wirklich unvergesslich, diese Bedeutung für die Begegnung der Kulturen und die Schönheit des Austauschs von Erfahrungen und Leidenschaften“, so Donatella Garello.

Mit seinen Auftritten in Cuneo und Mondovi hat das Ensemble vor bis auf den letzten Platz besetzten Sälen das Publikum begeistert.

„Reinhard Gust, langjähriger Leiter von Chor- und Instrumentalgruppe, hat wirklich Großartiges gemeinsam mit den jungen Musikerinnen und Musikern vollbracht“, sagen Donatella Garello und Henry Tesch.

„Was uns ermöglicht wurde, wird einem in solchen Momenten erst so richtig klar, was an Aufwand, an Organisation und Herzblut dahintersteckt. Wir durften davon profitieren, was uns unsere Schule ermöglicht.

Ich bin so froh, dass ich dabei sein durfte. Vielen Dank an alle, die dieses möglich gemacht haben.“, so noch einmal Bjarne, stellvertretend für alle Ensemblemitglieder. Dieser Dank geht nicht nur an die italienischen Gastgeber, an die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen in Mondovi, an Donatella Garello.

Dieser Dank geht auch an alle, die hier an unserer Schule für die Vorbereitung und die Durchführung dieser einzigartigen Reise gesorgt haben. „Ohne unseren Schulverein „Carolinum e.V.“ und unseren Förderer Jost Reinhold wäre so ein Erlebnis nicht möglich gewesen.“, betont Henry Tesch. Das Gymnasium Carolinum wird damit erneut zum Botschafter zwischen den Ländern, wieder einmal hat sich gezeigt, dass Musik verbindet und Freude in die Herzen der Menschen bringt.

Alle sind begeistert von der Chorreise, den Menschen, den vielen tollen Begegnungen. Die Worte von Emmi, Charlotte und Bela, die sie ihren Gastfamilien geschickt haben, bringen es als Resümee dieser Woche noch einmal auf den Punkt: „Uns fällt es nicht gerade leicht, unsere Dankbarkeit in Worte zu fassen, doch wir wollen es trotzdem versuchen. Wir waren sehr überrascht von der Wärme und Gastfreundschaft, mit der ihr uns in der Woche aufgenommen habt. Ihr habt uns nicht nur eine Schlafmöglichkeit gegeben,nein, ihr habt euren Alltag, eure Kultur und euer Essen mit uns geteilt. Wir haben uns sehr darüber gefreut, zu erfahren, wie sie in Italien zur Schule gehen. Wir sind auch begeistert von den Umständen, die ihr euch gemacht habt, um uns morgens in die Stadt zu bringen oder uns auch spätabends noch nach einem Konzert abzuholen. Ohne eure Hilfsbereitschaft wäre diese Woche für uns nicht möglich gewesen. Schließlich haben wir alle drei dasselbe festgestellt: Bei euch zu wohnen, war nicht nur wie ein Hotelaufenthalt – es war tausendmal besser. Wir haben uns als Teil eurer Familie fühlen dürfen und sind euch dafür auf immer dankbar.“

„Und dann war es soweit“, sagt Charlotte Groh. „Der letzte Tag. Das Meer in der Ferne, die Füße im Sand, Sonne auf der Haut. Noch mehr italienisches Essen, mehr Freude, mehr Leichtigkeit. Abschied nehmen. Vom Meer. Von den Bergen. Von Mondovì auf seinem Hügel. Von unseren Gasteltern und -geschwistern, guten Bekanntschaften und neuen Freunden. Viele Koffer, letzte Lieder, breit lächelnde Gesichter, enge Umarmungen, kleine Tränen, ein Abschiedskuss. Und vor allem: Viele neue Erinnerungen im Herzen.

Und all das ist keine Utopie. Sondern das, was wir erleben durften.“

Bildunterschrift:

Das Ensemble Carolinum vorm Auftritt in Cuneo zusammen mit Chorleiter Reinhard Gust (2.v.l.), den Kolleginnen Johanna Gierk (1.v.l.), Schulleiterin Donatella Garello (3.v.l.), Schulleiter Henry Tesch (4.v.l.), Anke Strauß und Jane Dietel (5.und 6. v.l.)

Nächste Auftritte des Ensembles:

28.Juni 19.00 Uhr Leussow / 30. Juni 17.00 Userin

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