Erasmus+ short term exchange Norwegen 12.-18.04.2026

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Am Sonntag sind wir mit 15 Schüler/innen der 10., 11. und 12. Klassenstufe sowie zwei Lehrerinnen aufgebrochen um zum Schüleraustausch in unsere Partnerschule, die Jessheim videregående skole, nach Norwegen zu fliegen. Angekommen sind wir erst spät abends. Einige von uns waren in Gastfamilien untergebracht und andere im Hotel. Am Flughafen wurden wir sofort herzlich von unserer Gastfamilie und den norwegischen Lehrkräften empfangen.

Am Montag sind wir früh in die Schule gefahren und haben sehr viel über die Gruppendynamik zwischen norwegischen Schülerinnen und Schülern erfahren, aber auch über die Möglichkeiten die sie im Laufe ihrer letzten drei Schuljahre haben. Auch wenn unsere grundlegende Schulkultur sich in vielem gleicht, gibt es Dinge, die sich klar unterscheiden: Dort werden die Lehrkräfte geduzt und sie gehen umfassend auf die Bedürfnisse der Schülerschaft ein, die durch einen sehr aktiven Schülerrat vertreten wird. Zudem haben wir erfahren, dass es in Norwegen 13 Klassen gibt – die 11. bis 13. Klasse bilden die Oberstufe in Jessheim, sie nennen es aber 1., 2. und 3. Klasse.

Wenn die Schülerinnen und Schüler der „3. Klasse“  ihren Abschluss machen, gibt es die Tradition, dass sie einen Monat lang durchgehend feiern. Dafür gründen die Schüler und Schülerinnen Gruppen, wobei einige als „cooler“ angesehen werden. Viele zahlen einen Haufen Geld um in eine Gruppe zu kommen. Diese Gruppe nimmt das Geld und gibt es für ihre eigenen Sticker, Merch und Songs aus. Die Abschlussfeier ist also wirklich ganz anders als unsere Mottowoche und der Abistreich:  Es werden vom gesammelten Geld sogar Busse gemietet, wo die Gruppenmitglieder einen Monat lang herumfahren, die ganze Nacht feiern, und dann morgens pünktlich vor der Schule rausgelassen werden. Bis zum Abschluss versuchen die Gruppen sich einen Namen in der Schule zu machen. Sollte ihnen das gelingen, dürfen sie die besten Tische in der Cafeteria besetzen. Dieses auf Konkurrenzkampf und Geld basierende System hat uns alle sehr erstaunt, besonders weil uns von den Schülerinnen und Schülern dort vermittelt wurde, dass Norwegen sonst sehr stark vom Gleichheitsgedanken getragen ist.  Einigen Interessierten von uns ist es bei ihren Recherchen über diese Gruppen sogar gelungen von allen „coolen“ Gruppen die Sticker zu sammeln.

Um die, auch von vielen Norwegern als problematisch empfundene, Gruppenbildung zu verbessern, gibt es sogenannte „MOT-classes“ (MOT bedeutet „Mut“). Dort arbeiten mehrere Coaches daran, die Gruppendynamik freundlicher zu gestalten und Mobbing zu verhindern. Auch wir haben an einer MOT-Klasse teilgenommen und sogar den berühmten Breakdancer und MOT-Botschafter Daniel Grindeland getroffen. Es hat wirklich Spaß gemacht, man musste sich nur darauf einlassen.

Im Schulalltag haben wir auch sonst noch ganz viele verschiedene Sachen gemacht: Es gab Workshops, wo es um Demokratie in Schulen und Schülerbeteiligung ging, Bio-Unterricht, wo wir gemeinsam mikroskopiert haben und Deutsch-Unterricht, den wir in großen Teilen selbst unterrichtet haben. Denn, wer könnte besser Jugendkultur und Slang vermitteln als wir?

Mit den norwegischen Schülern und Schülerinnen, vor allem dem Schülerrat, haben wir uns alle sehr gut verstanden und auch in unserer Freizeit etwas mit ihnen unternommen. Wir haben typisch norwegisches Essen und Süßigkeiten getestet und wirklich viel dazu gelernt. Auch in den Gastfamilien konnten wir tiefer in die norwegische Kultur eintauchen: Mit der Familie wandern zu gehen war für viele ein echtes Highlight. Wir haben auch ein bisschen deutsche Kultur präsentiert und den Norwegern das Spiel „Werwolf“ gezeigt, wobei wir alle sehr viel Spaß hatten.

Auch in Oslo waren wir einen Tag: Wir haben das Munch Museum besucht, sowie das Nobel Peace Price Center. Einige haben eine Rundfahrt mit der Fähre genossen, die anderen waren shoppen oder im berühmten Vigeland Skulpturenpark. Zudem waren wir auf einem Konzert von verschiedenen Schülerbands in einem Pub. Zusammen mit den norwegischen Schülern und Schülerinnen hatten wir zum Abschluss „Taco-Fredag“, wo wir nach norwegischer Tradition gemeinsam Wraps gemacht haben und uns alle verabschiedet haben.

Besonders schön war für unsere 12. Klässler, dass sie die norwegischen Teilnehmer des ersten Willy-Cups 2024 wiedergetroffen haben. Nachdem sie damals im Mai eine intensive Woche gemeinsam im Schulwald und dem Schulcamp Babke verbracht hatten, gab es einiges zu erzählen. In diesem Jahr werden erneut sechs Schülerinnen und Schüler aus Jessheim am nun schon dritten Willy-Cup im Schulwald teilnehmen – auch sie haben wir kennengelernt. Gemeinsam haben wir mit den Willy-Cup Alumni eine Einführung in die Inhalte und Aufgaben des diesjährigen Wettbewerbs erhalten.

Es war wirklich eine unfassbar schöne Woche, in der alle sehr viel gelernt und mitgenommen haben. Auch wenn es manchmal auch Herausforderungen oder kurzfristige Planänderungen gab, haben wir immer das Beste draus gemacht und sind auch den Norwegern sehr dankbar für die schöne gemeinsame Zeit.

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