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Animal Allies III

CaroAces beim Central European Final der FIRST Lego League in Regensburg erfolgreich

949 Teams mit über 7000 Schülerinnen und Schülern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn starteten im September 2016 in die Saison "Animal Allies".
65 Regionalwettbewerbe und 7 Semi Finals später standen sie fest: 24 Mannschaften, die es geschafft hatten, sich mit ihren Leistungen für das 7-Nationenfinale Zentraleuropa zu qualifizieren.

Für die Caroliner um Teamchef Felix wurden die Wochen der Vorbereitung zu einer arbeitsintensiven Zeit: sie bauten die Module des Roboters um, machten sie leichter und zuverlässiger und steigerten die erreichbare Punktzahl im Robotgame mit 375 Punkten auf eine Leistung, die bis dato noch von keinem Team überboten wurde. Sie übersetzten die Forschungspräsentation ins englische und trainierten die Vorführung wieder und wieder, bis sie die erlaubten fünf Minuten im Vortrag nicht mehr überschritten. Sie übten das englische Beschreiben der Konstruktion und des Steuerprogramms für die Sparte Robotdesign und sie fühlten sich gut vorbereitet auf die nunmehr dritte Wettbewerbsrunde der Saison an der Ostbayerischen Technischen Hochschule zu Regensburg.

Das Modul für das Finale Regensburg (rechts) kommt, anders als das Modul für das Semi Final, ohne Pneumatik und ohne Gegengewichte aus. Die wesentlich leichtere Konstruktion macht den Roboter wendiger und reaktionsschneller.

Hier an den Start gehen zu dürfen war für alle Teams eine Auszeichnung. Das sieht auch die Zentrale Wettbewerbsleitung so und zeichnet deshalb bei der Siegerehrung jeden Teilnehmer am Central European Final mit der Goldmedaille der FIRST Lego League aus.

Die Wettkämpfe im Central Final Europe beginnen stets mit einer Live Challenge am Vortag der eigentlichen Veranstaltung. Die Wettkämpfer werden mit drei vorher unbekannten Aufgaben konfrontiert. Innerhalb von 20 Minuten müssen die Schüler einen vorgegebenen Roboter programmieren und mit ihm diese Aufgaben lösen. Die Arbeitsweise der Wettkämpfer als Mannschaft geht dabei in die Bewertung des Teamworks ein.

In der Live-Challenge. Die Aces entscheiden sich gemeinsam für eine Aufgabe.

Auch in diesem Jahr schlugen sich die Caroliner wacker. Allerdings läuft das Live-"Ad-hoc"-Lösen so ganz ihrer gewohnten Vorgehensweise beim Lösen von Problemen zuwider. Langes Überlegen, das Durchspielen von Varianten oder permanentes Testen ist schon aus Zeitgründen nicht gefragt. "Don't think so complicated!" schrieben die Prüfer auf den Bewertungsbogen - zu Recht. Und auch wenn es nicht darauf ankam, die Aufgaben tatsächlich zu lösen, waren die Aces mit ihrem Ergebnis letztlich nicht zufrieden: "Teamwork lief gut, aber wir haben die Aufgabe nicht gelöst!" In der nächsten Saison werden sie öfter speziell unter den Bedingungen einer Live Challenge trainieren, um den "Fluch" dieser Disziplin, der nun schon seit 3 Jahren auf den CaroAces lastet, zu brechen.

Viel besser lief es am nächsten Tag bei der Bewertung des Robotdesigns. Die Aces beschrieben die Grundkonstruktion ihres Wettkampfroboters und die vielen Module, die sie speziell für einzelne Aufgaben entworfen hatten. Sie erklärten die Lösungsstrategie im Robotgame und das Programm, das den Roboter steuert.

Eine erfolgreiche Robotermission setzt eine durchdachte Konstruktion und eine kluge Gesamtstrategie voraus. Welche Aufgaben werden in welcher Reihenfolge gelöst? Was lassen wir weg? Wie reagiert der Roboter, wenn eine Teilaufgabe nicht gelöst wird?

Die Prüfer begnügten sich nicht mit dem Vortrag. Gabriel und Laurentius bewiesen mit einer Vorführung des Roboters, dass sie die beschriebenen Lösungsideen praktisch umgesetzt hatten. Ein sehr erfreulicher 5. Platz in dieser Sparte belegt die gute Ingenieursarbeit der CaroAces.

Auch unsere jungen Teammitglieder haben wichtige Aufgaben im Team. Lukas (links) und Ben (rechts) unterstützen Gabriel (Mitte) beim Beschreiben des Roboters - alles in englischer Sprache.

"Hey Anna, what’s wrong with your cat Minka? She looks really sick!" So begannen die CaroAces die Präsentation ihrer Forschungsergebnisse. Sie hatten "Tasty Pill" entwickelt, Tabletten, bei denen die bitteren Wirkstoffe in Gelatinekapseln eingeschlossen und mit Geschmacksstoffen ummantelt wurden. Mausgeschmack war zwar nicht dabei, aber Tabletten, die nach Schweinefleisch oder Fisch oder Lamm schmeckten. An ihren Katzen hatten die Caroliner im Vorfeld die Tabletten getestet - es funktionierte, die Tiere hatten die Medizin freiwillig geschluckt. Und auch die Juroren mussten "dran glauben". Für sie hatten die Neustrelitzer Zuckerkapseln mit Erdbeer- und Karamelgeschmack vorbereitet. In einem Rollenspiel skizzierten die Caroliner noch einmal ihre gesamte Forschungsarbeit, vom Herausfinden eines Problems bis hin zur Entstehung und Umsetzung der Lösungsidee.

Die Juroren vertieften das Thema weiter: "Which experts have you asked? - What happens if the animals bite on the pills? - Why aren't there pills like this yet?" und als sie schließlich fragten: "Do you plan to register your idea as a patent?" wussten die Caroliner, dass sie ihre Prüfer überzeugt hatten. 41 Punkte - damit schoben sich die CaroAces auf einen guten Mittelfeldplatz in diesem hochkarätigen Wettkampf.

Tierarzt Dr. Lukas empfiehlt allen kranken Katzen Tasty Pill - schmackhaft gemacht nach einem Rezept von Laurentius, erhältlich in einer Verpackung, designed by CaroAces.

Und dann - Teamwork. Aus der Live Challenge nahmen die Aces mit: "Team splitting - good interaction!" Nun galt es, diese Wertung in einem Prüfungsgespräch zu untermauern, zu zeigen, was die Gemeinschaft der CaroAces ausmacht. Etwa zehn Minuten stehen jedem Team dafür zur Verfügung.

Da weder Trainer noch Zuschauer bei diesem Kolloquium dabei sein dürfen, konnten die CaroAces erst nach der Veranstaltung auf dem Bewertungsbogen sehen, dass sie einen herben Rückschlag erlitten hatten! Für das Team wird die Einschätzung ein Weckruf sein und, wenn auch nicht zum idealen Zeitpunkt, der Anlass für eine tiefgründige Analyse und für richtige Schlussfolgerungen.

Von all dem ahnten die CaroAces noch nichts, als am Nachmittag des Wettkampftages das Robotgame begann.

Der Roboter musste dabei auf dem vorgegebenen Wettkampfparcours möglichst viele der 15 Aufgaben fehlerfrei lösen, z. B. einen Seehund retten, Zoologen in die Forschungsstation begleiten oder sogar einen Gekko nachahmen, sich also an einer Wand emporziehen.

In der Vorrunde trat jedes Team dreimal an, wobei am Ende die beste Leistung jeder Mannschaft in die Gesamtwertung einging. Bereits bei diesen Preliminaries konnten die CaroAces eine starke Leistung anbieten. Mit 303 Punkten (Runde 1) und zweimal 365 Punkten (Runde 2 und 3) erreichten sie Platz 4 und waren damit klar für die Endrunden qualifiziert.

In der Base wird der Roboter mehrmals umgebaut. Nur 150 Sekunden Zeit für 15 Aufgaben - da muss jeder Handgriff sitzen.

Im gemeinsamen Wettstreit mit Teams aus der Schweiz und Deutschland gelang es den CaroAces, diese Platzierung zu halten und zwei Rennen später stand fest: zum ersten Mal kämpfte sich ein Neustrelitzer Team im Central European Final in die Endrunde des Robotgames.

Jetzt wurde noch einmal die Schwierigkeit erhöht: beide Finalisten traten direkt gegeneinander an, lösten die Aufgaben, tauschten dann den Parcours und lösten die Aufgaben noch einmal. Diesmal wurden die Punkte auch nicht wieder gelöscht, sondern addiert.

Im ersten Rennen war es nur eine Winzigkeit: ein kleiner gelber Zylinder, der Honig symbolisieren sollte, verklemmte sich im "Bienenhaus", und das kostete die Aces wichtige Punkte. Nur mit 375 Punkten im 2. Rennen und einem Fehler der gegnerischen Mannschaft wäre der Sieg noch erreichbar.

Die Gegner aus Hopsten machten keinen Fehler im 2. Lauf - aber die CaroAces auch nicht. Beide Mannschaften erzielten 375 Punkte, diese Punktzahl wurde in Zentraleuropa nur von 3 Mannschaften überhaupt erreicht. 3 von 949 Mannschaften - und die Caroliner gehören dazu.

Vor jedem Rennen müssen sich die Mannschaften verständigen, wessen Roboter die Teamaufgabe "Tiertausch" lösen wird. Das setzt Vertrauen in die Fairness und die Fähigkeiten des Gegners voraus. Gelöst heißt: Punkte für beide, nicht gelöst: Punkte für keinen. Im ersten Rennen hatten wir uns mit dem Team We aRe oNe geeinigt, dass wir die Teamaufgabe auslassen. Dafür war aber unser Steuerprogramm nicht ausgelegt, unser Roboter erreichte "nur" 303 Punkte in diesem Lauf. Zum Glück ließ sich der Fehler schnell beheben.

 

Hochspannung im Finale. Kommt der Roboter fehlerfrei über den Parcours? Gemeinsam mit den Schiedsrichtern ermitteln die Aces das Resultat. 375 Punkte - Volltreffer!

Ein hochverdienter 2. Platz im Robotgame war der Lohn für die vielen Stunden der Vorbereitung und die tolle Leistung am Wettkampftag.

Unser bestes Ergebnis im Roboter-Race in Regensburg im Vergleich mit allen Bestleistungen aller Teams in Zentraleuropa und im Adriaraum in der Wettbewerbssaison 2016/2017. Der Median liegt bei 59 Punkten.

 

Immer, wenn das Team We aRe oNe an den Start geht, feuern wir die Freunde an - und umgekehrt.

 

Und zwischen den Rennen sorgen wir gemeinsam für eine tolle Atmosphäre im Saal.

Inzwischen sind die Caroliner wieder zuhause angekommen. "Es war wieder mal ein großartiges Ereignis." "Wir hatten eine super Zeit und sehr viel Spaß mit den anderen Teams." "Dankeschön an all die Teams, Coaches und FLL-Fans, die mit den CaroAces beim Finale den Saal zum Feiern gebracht haben." "Die Stimmung war einfach nur geil." "Ein großes Dankeschön an die Teams Kolo Robotyki Grodzisko Górne und WeAreOne für die Unterstützung." - so die Einschätzung auf ihrer Facebookseite.

Auch wenn sich auf diesem sehr hochklassigen Wettkampf viele, aber nicht alle Erwartungen erfüllten und die Caroliner sich drei lange Wochen gedulden mussten, bis die vor ihnen platzierten Teams ihre Tickets gewählt hatten, am Ende konnten sie bilanzieren: die 6 Monate Arbeit haben sich gelohnt. Mit ihren Leistungen und ihrer Platzierung haben sie sich qualifiziert - für die nächste, höchste Wettkampfrunde, das International Open Final der First Lego-League 2016/2017.

Dieser Wettkampf findet im Juni 2017 an der University of Bath in Groß Britannien statt. Dort treffen sich zum großen Finale der Saison 100 Teams aus aller Welt.

Die CaroAces (v.l.n.r): Teamchef Felix, Sophie, Lukas, Gabriel, Trainer Chris, Trainer Moritz, Laurentius, Anna, Ben, Trainer Leon.

 

"Wir wollen zum Wettbewerb. Platz da? Ist sekundär. Werden Spaß haben, uns geben, als ob wir die Besten wären. C-A-R-O-A-C-E-S - Caro - Aces! CARO - ACES!!" (aus dem Teamsong der Aces)