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Animal Allies II

Die CaroAces überzeugen beim Semi Final der FIRST Lego League in Eberswalde.

Der Sieg im Regionalfinale der FIRST Lego League im Dezember vergangenen Jahres brachte den CaroAces ein kleines Problem: sie mussten eine fundierte Grundausbildung im Konstruieren und Programmieren für ihre jüngeren Teammitglieder verschieben und stattdessen ihren Roboter „learning by doing“ weiter entwickeln. Mit den aktuellen 257 Punkten im Robotgame würden sich die Neustrelitzer in den nächsten Runden zwar nicht blamieren, für ein Spitzenergebnis würde dieses Ergebnis aber bei weitem nicht reichen.

Was konnten sie in fünf Schulwochen zwischen Regionalwettbewerb und Semi Final noch erreichen? Immerhin 80 Punkte müsste der Roboter zusätzlich erkämpfen, um zu den führenden Teams in Zentraleuropa aufzuschließen, eine fast unlösbare Aufgabe.

Für Lukas (links) ist es der zweite Wettkampf in seiner ersten Saison, Teamchef Felix ist heute zum 10. Male mit dabei.

Die Konstrukteure Gabriel, Laurentius und Lukas entschieden sich, Pneumatik einzusetzen und mit Lufttanks und Schläuchen, mit Pumpen und Manometern ihren Roboter noch leistungsfähiger zu machen. Ein guter Plan, allerdings mit einem großen „Aber“ verbunden: die Pneumatik und die vielen Teile zum stabilen Befestigen machten die Module schwerer und schwerer, der Schwerpunkt des Roboters verschob sich bedrohlich nach vorn, so dass weitere Gegengewichte die Balance wieder herstellten sollten, die wiederum den Roboter noch schwerer und träger machten – ein Teufelskreis.

Das Steuerprogramm wurde – trotz aller Bemühungen, mit dem Zerlegen in Unterprogramme und dem Einfügen von Kommentaren die Übersicht zu behalten, immer komplexer und war kaum noch zu beherrschen.

An Stelzen (Pfeil weiß) drückt sich der Roboter auf die Barriere. Gegengewichte (rot) sorgen für den nötigen Druck der Antriebsräder auf die Platte, bevor die Hubzylinder (blau) den Roboter vollständig über die Barriere schieben.

Beim Vorstellen der Forschungsergebnisse könnte es mit der bisherigen Leistung auch nur mit Glück für eine vordere Position reichen. Es würde jetzt stärker darauf ankommen, nicht nur die reinen Fakten zu präsentieren, sondern noch überzeugender vorzutragen. Frei argumentieren mit Blickkontakt zum Juror – auch das gehört zum Darbieten und sollte trainiert werden. Die Trainer übten mit ihren jungen Aktiven das laute und deutliche Sprechen, das Reagieren auf unerwartete Fragen, das Antworten im Team, immer und immer wieder.

Wir trainieren die Zusammenarbeit der Aktiven in vielfältigen Teamspielen.

Es wurde also ein arbeitsreicher Winter, bevor sich im Januar 17 Mannschaften aus dem Norden und Osten Deutschlands, die besten aus 14 Regionalwettbewerben, an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde den Aufgaben des Wettbewerbs stellten. Drei Teams würden die Tickets für das Zentraleuropäische Finale lösen und die Caroliner wollten mit dabei sein.

Zum zweiten Mal in dieser Saison starteten die Mannschaften in den Wettbewerb und sie begannen diesmal mit den Soft Skills: der Verteidigung des Roboterdesigns, der Beurteilung der Teamfähigkeit und dem Präsentieren der Forschungsergebnisse.

Für den Einsatz von Pneumatik erhalten wir Zusatzpunkte im Robotdesign.

Beim Teamwork konnten die CaroAces mit einem starken Auftritt überzeugen. Die jüngsten Starter hatten ihre Ehrfurcht vor den Juroren und den anderen Teams endlich überwunden, sie lösten mit viel Spaß die Teamaufgabe  und plauderten wie die „Alten“ unbefangen mit ihren Prüfern. 49 von 50 möglichen Punkten – das bedeutete am Ende Platz 2 in dieser Kategorie.

Weil die Prüfungszimmer sehr klein sind, sind in Eberswalde keine Zuschauer zur Forschungspräsentation zugelassen. Aber mit ihrem sehr guten dritten Platz (48/50 Punkte) in dieser Kategorie bewiesen die CaroAces, dass die inhaltliche Überarbeitung und das fleißige Üben des Vortrages Früchte getragen hatte.

Bei der Beurteilung des Robotdesigns im Audimax der Hochschule bescheinigten die Juroren den Neustrelitzern, was sie selbst schon wussten: die Lösungsidee selbst war originell, der Roboter sehr stabil, aber - elegant war die Konstruktion nicht. Und zuverlässig? Nun, das sollten die nachfolgenden Robot-Games beweisen. Im Design landeten die CaroAces mit 45/50 Punkten jedenfalls auf dem 4. Platz, das war für die Ansprüche der Caroliner ein gutes, aber kein überragendes Ergebnis.

Winzige Anpassungen sind nötig, bevor der Roboter auf einer neuen Wettkampfplatte starten kann.

Am Nachmittag des Wettkampftages starteten die Teams in die Vorrunden des Robotgames und die Caroliner erkämpften gleich in ihrem ersten Rennen 287 Punkte, ein Ergebnis, das von keinem anderen Team in den Vorrunden (und damit in den Wertungsrunden für die Gesamtwertung) mehr erreicht wurde. Im Viertelfinale konnten die CaroAces sich sogar noch einmal um 10 Punkte steigern und sie lieferten sich harte Fights mit den Mannschaften aus Dresden und Cottbus, aus Schwarzenbek und Berlin.

Beim Umbau des Roboters muss jeder Handgriff sitzen (links). Gabriel verfolgt den Lauf des Roboters, während Laurentius das nächste Modul vorbereitet (Mitte). Geschafft! Gemeinsam mit den Aktiven ermitteln die Schiedsrichter das Wettkampfresultat (rechts).

Im Robotgame aber offenbarten sich auch deutlich die Probleme, die schon im Robotdesign benannt wurden. Wenn ein so schwerer, träger Roboter sich über ein Hindernis hievt, sind Abweichungen vom idealen Kurs nur schwer zu korrigieren. Und selbst beim Umbau in der Base kann durch das Aufsetzen so großer Module auf den Roboter etwas schief gehen, ein Kabel abreißen zum Beispiel.

Die Konstrukteure waren auf solche Pannen jedoch vorbereitet und hatten einen „Plan B“ entwickelt. Über eine Rampe, die nur im Havariefall zum Einsatz kam, rollte der Roboter Legozylinder (Dung) in die Forschungszone und sicherte den Carolinern noch so viele Punkte, dass sie aus der Wettkampfrunde nicht ausscheiden mussten.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Ein letzter Probelauf – dann müssen unsere Aktiven wieder zum Start (links). Die ausfahrbare Dung-Transport-Rampe (weißer Pfeil) gehört zum „Plan B“ unserer Robot-Game-Strategie.

Auf diese Weise kämpften sich die Neustrelitzer sogar bis ins Finale des Robotgames und sie wurden erst dort und ausgerechnet von ihren ehemaligen Gegnern aus dem Brandenburger Regionalfinale besiegt. Platz 2 in dieser Kategorie - das ist trotzdem eine tolle, starke Leistung, und wie seufzte ein kleiner Wettkämpfer aus dem Cottbuser Team: „Lieber als einen Pokal hätte ich den Roboter der CaroAces“. Ehrliches Lob von der Konkurrenz für den Roboter, das ist vielleicht das größte, was einem Konstrukteur passieren kann.

Aber es kam noch besser: die Caroliner gewannen in der Gesamtwertung mit deutlichem Vorsprung das Semi Final North East und erreichten damit ihre eigentliche Zielstellung: die Qualifikation für das Zentraleuropäische Finale der FIRST Lego League 2017.

Dieses Finale findet im März an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Regensburg statt. Dort treffen die CaroAces auf die besten Mannschaften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Champion im Semi Final North East 2017 – die CaroAces. V.l.n.r.: Gabriel, Lukas, Sophie, die Trainer Chris und Moritz, Laurentius, Ben, Teamchef Felix, Anna, Trainer Leon.